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Agilität ist (nicht) gratis

Wenn die digitale Transformation besprochen wird, erklingt meist auch der Ruf nach Agilität. Der Wunsch, beweglicher zu werden, ist überall dort ausgeprägt, wo man disruptive Veränderungen erwartet. Wenn sich Leistung digitalisieren lässt, direktere Kundenkontakte entstehen oder die bestehende Organisationsform an Legitimation verliert (zum Beispiel, weil sie zu zentralistisch oder bürokratisch wahrgenommen wird), ist die Gefahr disruptiver Veränderungen besonders gross. Wer nun aber Agilität fordert, sollte sich deren Kosten bewusst sein. Agilität ist niemals gratis – vielmehr verlangt sie tiefe Eingriffe in die Funktionsweise der Wirtschaft. Traditionelle Annahmen bezüglich Arbeitsräumen und -zeiten geraten ebenso unter Druck wie unsere Idealbilder von Organisation und Führung. Neben einem längeren Change-Prozess bedingt die Reise in die neue Welt eine (auf den ersten Blick vielleicht paradox erscheinende) Reduktion der zur Verfügung stehenden Ressourcen.

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Joël Luc Cachelin inspiriert und begleitetet mit der Wissensfabrik Unternehmen in der digitalen Transformation. Er hat an der Universität St.Gallen BWL studiert und zur Zukunft des Managements doktoriert. 2016 schloss er an der HWZ Zürich das CAS Disruptive Technologies ab – zurzeit bildet er sich an der Universität Bern in angewandter Statistik weiter. Er hat mehrere Sachbücher über die Digitalisierung veröffentlicht, zuletzt «Update! Warum die digitale Gesellschaft ein neues Betriebssystem braucht». www.wissensfabrik.ch

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