Digitalisierung

Mitarbeitende binden mit neuen Technologien

Wer es schafft, seine Arbeitskräfte nach ihren Qualifikationen, ihrem Können und auch nach ihren persönlichen Wünschen einzusetzen, gewinnt auf ganzer Linie. Die Digitalisierung kann dabei eine wichtige Rolle spielen.

Die junge Generation ist nicht bequem und sie hat auch keine zu hohen Ansprüche. Vielmehr scheint es, dass diese Generation andere Werte hat. Sie will sich mit ihrer Arbeit identifizieren und etwas Sinnvolles leisten. Gleichzeitig ist der Wunsch, auch Zeit für Privates zu haben, gross. Daher sind Eigenverantwortlichkeit und Flexibilität oft wichtiger als Gehalt.

Flexibilität und moderne Mitarbeiterführung gefragt

Diese junge Generation von Fachkräften ist mit digitaler Technologie aufgewachsen. Damit sind diese jungen Talente, besonders vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels, besonders interessant für Unternehmen und stellen in mancher Hinsicht den «idealen» Mitarbeiter dar. Im Gegenzug erwarten die Fachkräfte eine moderne Mitarbeiterführung inklusive flexibler Arbeitszeiten.

Gerade auch gut ausgebildete Frauen wollen nicht mehr zwischen Familie und Karriere wählen müssen. Viele Männer wollen ebenfalls einen Teil der Elternzeit wahrnehmen. Daher müssen Unternehmen aktiv werden und ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen andere, flexiblere Möglichkeiten bieten als bisher.

Digitalisierung zu Nutze machen

Um qualifizierte Fachkräfte zu begeistern und an sich zu binden, können sich Unternehmen die Digitalisierung zu Nutze machen. Indem sie in neue Technologien investieren, die mehr Flexibilität hinsichtlich Ort und Zeit der Arbeit ermöglichen.

Wenn Unternehmen vermehrt mobile Kommunikationstechnik nutzten, ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit zu Telearbeit bieten, flexible Arbeitszeiten ermöglichen und ihre Mitarbeitenden Projekt- und Arbeitszeiten digital erfassen lässt, nehmen die Mitarbeitenden ihre eigene Flexibilität als höher war. Dies zeigt eine aktuelle Studie der FOM Hochschule für Ökonomie und Management.

Zudem gehe mit einem digitalen System zur Personaleinsatzplanung ein höheres Gerechtigkeitsempfinden der Mitarbeiter einher. Stärkere Ausprägungen der Gerechtigkeitsdimensionen seien wiederum mit höherer Mitarbeiterbindung und Arbeitszufriedenheit assoziiert.

Mehr Flexibilität und Diversität

Altersgerechte Arbeitsplätze und neue Arbeitszeitmodelle müssen geschaffen werden. Auch den zunehmenden Wunsch der Mitarbeiter, Beruf und Familie in Einklang zu bringen sowie neben dem Beruf Freizeit zu haben, gilt es zu berücksichtigen. Zudem ist es wichtig, für die junge Generation attraktive Arbeitszeitmodelle zu schaffen, die kreatives Arbeiten und Weiterbildungen ermöglichen. Eine wohlüberlegte und fundierte Personalplanung ist daher unverzichtbar. Sie sorgt nicht nur für Effizienz- und Effektivitätsvorteile auf Seiten des Unternehmens, sondern auch für eine höhere Mitarbeiterbindung, wenn die mögliche Flexibilität die Wünsche der Mitarbeiter soweit wie möglich berücksichtigt.

Teilzeitkontingente, Lebensarbeitszeitmodelle oder auch lebensphasenorientierte Arbeitszeiten können in Workforce-Management-Lösungen parametriert werden und finden somit bei der Planung automatisch Berücksichtigung. So wird der Einsatz von Software zu einem strategischen Werkzeug der Mitarbeiterbindung und führt dazu, dass Personalressourcen intelligenter und effizienter eingesetzt werden. Hinzu kommt, dass die Personaleinsatzplanung automatisch und damit objektiv erfolgt.

Die Nutzung von Workforce-Management-Systemen kann also dazu beitragen, flexible Arbeitszeiten sowie eine gerechte Personaleinsatzplanung zu ermöglichen.

Wunschbuch und Diensttauschbörsen

Bei der Nutzung eines Wunschbuchs können Mitarbeiter ihre persönlichen Arbeitszeitwünsche hinterlegen. Auch besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit, Dienste über eine Diensttauschbörse selbständig zu tauschen bzw. zum Tausch anzubieten. Die Überprüfung der notwendigen Qualifikation erfolgt in der Software automatisch. Hierdurch wird eine Grundlage für zufriedene und motivierte Mitarbeiter gelegt.

Auch hier wird deutlich, dass die Nutzung von Software Transparenz in die Planung bringt. So lässt sich auch beispielsweise auf einen Blick erkennen, wer wann gearbeitet hat, sowie nachweisen, dass die Planung gerecht und gleichverteilt für alle Mitarbeiter erfolgt ist.

Wer es schafft, seine Arbeitskräfte nach ihren Qualifikationen, ihrem Können und auch nach ihren persönlichen Wünschen einzusetzen, gewinnt auf ganzer Linie. Nur so können die Mitarbeiter ihre Fähigkeiten voll ausschöpfen und sind zugleich motivierter, weil ihre individuellen Bedürfnisse Berücksichtigung finden.

Quelle:

Christian Rüttgers und Katharina Hochgürtel: New Work(ing Time): Was bedeutet die Digitalisierung der Arbeit für das Personalmanagement? Eine empirische Analyse der Einstellungen von Beschäftigten.

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Hans-Peter Schwegler ist Geschäftsführer der GFOS Schweiz AG. Die Firma mit Sitz in Risch (ZG) wurde im Dezember 2012 gegründet und gehört zur GFOS Gruppe. GFOS liefert mit ihrer durchgängigen und modular aufgebauten Softwarefamilie gfos die Grundlage für fundierte Management- und Mitarbeiterentscheidungen. www.gfos.ch

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