BGM Special 2016

Multispace-Büros bei der Mobiliar

Im Dezember 2015 sind 160 Mobiliar-Mitarbeitenden in ihr neues Büro-Reich eingezogen. Nathalie Bourquenoud, Leiterin Human Development der Mobiliar, über ihre Erfahrungen mit der neuen Arbeitswelt.

Nicht nur die Mitarbeitenden und Führungskräfte der Bereiche Unternehmensentwicklung, Unternehmenskommunikation, Corporate Social Responsibility und Human Development haben ihre festen Arbeitsplätze bei der Mobiliar aufgegeben, auch der CEO des Versicherungs-unternehmens, Markus Hongler, räumte sein Büro und arbeitet nun in der neuen, offen gestalteten Arbeitsumgebung. Was war der Grund für diesen radikalen Schritt? «Mit der Digitalisierung haben sich auch neue Arbeitsformen aufgetan», sagt Nathalie Bourquenoud. «Die Mitarbeitenden verlangen nach Flexibilität und wollen zeitlich und ortsunabhängig arbeiten.» Die neuen Technologien veränderten zudem die Berufe, die Prozesse und die Kommunikation.

Neugier und Offenheit

Das erfordere neue Kompetenzen wie Neugier und Offenheit. «Wir wollten die gesamte Organisation und unsere Mitarbeitenden auf diese Entwicklung vorbereiten und dabei begleiten.» Die neue Arbeitsumgebung solle «inspirieren und den Mitarbeitenden ermöglichen, sich weiterzuentwickeln, mitzugestalten und innovativ zu sein», betont Nathalie Bourquenoud. Rund 2000 m2 Büroflächen wurden am Berner Hauptsitz innerhalb eines halben Jahres in eine Multispace-Landschaft verwandelt. In einer weiteren Umbauetappe folgen bis 2019 weitere Büroflächen im Gebäude sowie der Direktionsstandort in Nyon. Das Konzept der neuen Office-Landschaften ist durchdacht: Um ein arbeitsförderliches Ambiente zu schaffen, wurden viele Wände entfernt und Holz, warme Farben und geschwungene Formen eingesetzt. Der offene Bürobereich ist in Arbeitszonen unterteilt: für Ruhe und Konzentration sowie Austausch und Gruppenarbeit. Die neue Arbeitswelt wirkt sich sichtlich auf das Miteinander aus: «Raum prägt die Arbeitskultur», findet Nathalie Bourquenoud. «Sie ist die sichtbare Veränderung in eine neue Arbeitsphilosophie.» Begonnen habe der Change-Prozess schon einige Monate vor dem Einzug. Heute arbeiten die Mitarbeitenden in der neuen Arbeitswelt kaum noch mit Papier, haben keinen festen Arbeitsplatz und leben eine Clean- und Clear-Desk-Kultur.  

Leistung statt Arbeitsplatzpräsenz

Auch die Führung habe sich stark verändert: «Leistung zählt heute mehr als Präsenzzeit.» Niemand müsse seine Zeit im Büro «absitzen», sondern könne überall arbeiten. Sich zu vernetzen und miteinander zu kommunizieren, sei dank der neuen Technologien überall möglich. Bis es soweit war, arbeitete ein bereichsübergreifendes Team knapp ein Jahr lang daran, um das Pilotprojekt umzusetzen. Involviert waren Mitarbeitende des Geschäftsleitungsbereichs Human Development, die das Projekt koordinierten, sowie aus dem Facility Management, dem Bau, der IT und Corporate Responsibility. Der Mehrwert der neuen Officewelten liegt für die 45-Jährige heute in der «Begeisterung der Mitarbeitenden.» Die Belegungsrate von 80 Prozent scheint ihr recht zu geben: Damit nutze die Mobiliar nicht nur die zur Verfügung stehende Arbeitsfläche optimal, sondern verfolge eine klare Vision und investiere in die Zukunft: «Wir haben nicht nur Wände eingerissen, sondern mit der neuen Arbeitswelt die Grundlagen für die künftige Arbeitskultur geschaffen.»

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Chefredaktorin, HR Today. cp@hrtoday.ch

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