Recruiting Guide 2018

Fünf Tipps für die erfolgreiche Personalsuche im Zeitalter von Recruiting 4.0

Die Digitalisierung unserer Arbeitswelt verändert die Art und Weise, wie Unternehmen und Mitarbeitende zusammenfinden, grundlegend. Zusammengefasst wird dieser Wandel unter dem Begriff Recruiting 4.0. Dieser bezeichnet einerseits das Zusammenspiel neuer Kanäle und Werkzeuge für die Personalbeschaffung und andererseits die sich verändernden Verhaltensweisen und Machtgefüge auf dem Arbeitsmarkt. Diese fünf Tipps helfen Ihnen, im Zeitalter von Recruiting 4.0 die richtigen Kandidaten für Ihr Unternehmen zu gewinnen.

1. Rekrutierungskanäle wirkungsvoll kombinieren

Wer unter der Digitalisierung des Recruitings die Ablösung von Print-Anzeigen durch Online-Ausschreibungen versteht, verpasst die Vielschichtigkeit des Themas. Mit Recruiting 4.0 steht eine umfangreiche Sammlung an Werkzeugen zur Verfügung, die an unterschiedlichen Stellen im Rekrutierungsprozess eingesetzt werden können. Je nach Situation kann zum Beispiel die direkte Ansprache von Kandidaten durch einen Recruiter sinnvoll sein. In anderen Fällen erfolgt der erste Kontakt besser über bestehende Mitarbeitende, die bereits eine persönliche Beziehung zum Kandidaten haben. Oder es werden Online-Anzeigen ganz gezielt an gewisse Zielgruppen ausgespielt.

Wichtig: Die Stärken der einzelnen Kanäle sollen voll zum Tragen kommen. So können 
Unternehmen auch auf einem hart umkämpften Arbeitsmarkt die besten Talente für sich gewinnen und den Aufwand für die Personalgewinnung in Grenzen halten.

2. Schon heute die Kandidaten von morgen suchen

Erfolgreiches Recruiting ist selten eine 
spontane Entscheidung. Wer hingegen einen regelmässigen Austausch mit Personen pflegt, die am eigenen Unternehmen interessiert sind, hat im Bedarfsfall bereits einen Pool mit möglichen Kandidaten zur Hand, unter denen sich vielleicht die richtige Person befindet. Zum Glück ist in Zeiten von Recruiting 4.0 die aufwendige und fehleranfällige Pflege solcher Kandidatenpools mit Tabellen Vergangenheit, und es stehen Werkzeuge zur Verfügung, mit denen die Bewirtschaftung vollständig automatisiert werden kann.

3. Höhere Transparenz zum eigenen Vorteil nutzen

Vorbei sind die Zeiten, in denen durch Employer Branding ein funkelndes Aussenbild gezeichnet werden konnte, selbst wenn es mit dem Klima im Unternehmen nicht zum Besten steht. Recruiting 4.0 bedeutet vor allem Transparenz: Wie es tatsächlich ist, für ein Unternehmen zu arbeiten, wird über Arbeitgeber-Bewertungsplattformen und Social Media oft ungefiltert nach aussen getragen. Nutzen Sie diese Transparenz für sich: Schaffen Sie mit Ihrem Unternehmen einen Ort, an dem Leute gerne arbeiten, und ermuntern Sie Ihre Mitarbeitenden, ihre Eindrücke zu teilen. So entwickeln Sie Ihre Arbeitgebermarke automatisch in eine positive Richtung.

4. Persönliche Netzwerke digital nutzen

XING hat bei Schweizer Arbeitnehmenden nachgefragt und in einer repräsentativen Studie herausgefunden: Bei der Stellensuche stehen Empfehlungen von Bekannten, Freunden und Familienmitgliedern an erster Stelle. Diese persönlichen Netzwerke lassen sich heute dank digitalen Plattformen ganz gezielt für die Personalsuche nutzen.

Mit den richtigen Tools sehen Unternehmen auf einen Blick, welche Mitarbeitenden mögliche Kandidaten unter ihren Kontakten haben – und können sie ermuntern, Stellenausschreibungen mit diesen zu teilen. Damit wird jeder Mitarbeitende selbst zum 
Recruiter und hilft mit, die richtigen Mitarbeitenden für das Unternehmen zu gewinnen. Das schafft Mehrwert für alle: Der Arbeitgeber 
findet die passenden Kandidaten und die Mit-arbeitenden erhalten neue Kolleginnen und Kollegen, mit denen sie gerne zusammenarbeiten.

5. Sich nicht blenden lassen

Auch wenn die Digitalisierung unsere Arbeitswelt manchmal auf den Kopf zu stellen scheint: Es gibt Dinge, die ändern sich weit weniger dramatisch als uns die Schlagzeilen manchmal glauben machen wollen. So ist die Chance, dass der nächste Mitarbeitende aus Singapur oder Kanada kommt, auch heute noch verschwindend klein. Trotz Internationalisierung und Fachkräftemangel. Der Schweizer Arbeitsmarkt ist nach wie vor sehr lokal geprägt.

Und wie sieht es mit den sich ändernden Ansprüchen der Arbeitnehmenden aus? Wir haben bei Berufstätigen in der Schweiz nachgefragt und herausgefunden, dass trotz steigender Bedeutung von Work-Life-Balance der Lohn nach wie vor ein entscheidendes Kriterium für die Stellenwahl ist. Und dank zunehmender Lohntransparenz wissen Kandidaten heute oft genau, wie viel sie verlangen können. Die Frage, die sich Unternehmen stellen sollten, ist: Wie kann ich diesen Tatsachen in der digitalen Welt am besten Rechnung tragen?

Digitalisierung als Hilfsmittel

Eines ist klar: Rekrutierung wird im Zuge der Digitalisierung facettenreicher und erfordert ein strategischeres Vorgehen. Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel, aber auch einem Überschuss an generischen Bewerberprofilen, steht dank Recruiting 4.0 eine Reihe wirkungsvoller Instrumente gegenüber, mit denen Sie in Zukunft die besten Talente für Ihr Unternehmen gewinnen.

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Yves Schneuwly

Yves Schneuwly verantwortet als Geschäftsführer von XING Schweiz neben dem Mitgliedergeschäft das rasant wachsende E-Recruiting Business. Bevor er im Dezember 2016 zu XING stiess, arbeitete er als Geschäftsführer für die Schweiz sowie Zentral- und Osteuropa für den Employer-Branding-Spezialisten Universum und ist bis heute im Verwaltungsrat von Universum tätig. Yves Schneuwly hat einen Bachelor of Science in Sportwissenschaften der Universität Basel und einen Executive MBA der Fernfachhochschule Schweiz FFHS.

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