Arbeitsmarkt: Grossbritannien erlebt zu Jahresbeginn Einstellungswelle

Rund ein Jahr vor dem anstehenden EU-Austritt stellen die Arbeitgeber in Grossbritannien kräftig Personal an. In den ersten drei Monaten des Jahres stieg die Beschäftigtenzahl um 197'000, wie das Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte. Dies ist das stärkste Plus seit Ende 2015.

London (sda/reu). Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit 130'000 gerechnet.

Trotz des rund laufenden Jobmarkts verbleibt den Beschäftigten wegen der relativ hohen Inflation auf der Insel nur ein kleines Lohnplus. Die Gehälter legten zwar um 2,9 Prozent zu. Berücksichtigt man die Preissteigerungsrate, schmilzt das Plus allerdings auf 0,4 Prozent zusammen.

Die britische Notenbank hat jüngst auf eine Anhebung ihres Leitzinses verzichtet. Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben laut Zentralbankchef Mark Carney auch wegen der Unsicherheiten durch den im März 2019 anstehenden Brexit getrübt. Sie beliess den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld bei 0,5 Prozent. 

Das Bruttoinlandprodukt wuchs im ersten Quartal lediglich um 0,1 Prozent und damit so langsam wie seit 2012 nicht mehr. Viele Experten rechnen nun im August mit einer Zinserhöhung, sollte es bis dahin Hinweise für eine Belebung der Wirtschaft geben.