Einschneidende Sparkur für Neuenburger Spitäler

Die Neuenburger Spitäler müssen sich einer Sparkur unterziehen, um 2018 das Defizit zu reduzieren. Die Massnahmen sehen vor, Stellen zu streichen, Betten und Operationssäle zu schliessen und Dienste auszulagern.

Neuenburg (sda). Alle drei Spitalstandorte und alle Sparten müssten einen Effort leisten, «ohne jegliches Tabu», sagte Pauline de Vos Bolay, Verwaltungsratspräsidentin der HNE, am Dienstag an einer Medienkonferenz in Neuenburg. Die Umsetzung der Massnahmen werde gestaffelt, aber rasch anlaufen.

Das Sparprogramm habe keinerlei Zusammenhang mit der Volksinitiative zum Erhalt von zwei Spitälern mit Spitzenmedizin und ergänzender Medizin, welche die Stimmberechtigten im Februar 2017 gegen den Willen der Regierung angenommen hatten, so de Vos Bolay.

Die Spitalleitung hatte im Budget 2018 ursprünglich ein Defizit von 8,5 Millionen Franken eingeplant. Dies war vom Regierungsrat als nicht tolerierbar und mit einem Sparauftrag zurückgewiesen worden.

114 Stellen weniger

Die nun präsentierten Sparmassnahmen erlauben es, das Budget 2018 um insgesamt 5,8 Millionen Franken zu verbessern. Damit verbunden ist unter anderem ein Stellenabbau von fast 114 Vollzeitstellen. Betroffen sind zwischen 120 und 140 Mitarbeitende.

Der Stellenabbau soll so weit als möglich über natürliche Abgänge, die Nichtverlängerung von befristeten Anstellungsverträgen und Stellentransfers erfolgen. Die Spitalleitung präzisierte jedoch, sie könne nicht garantieren, dass es keine Kündigungen geben werde.

Weniger Betten und Operationssäle

Als weitere Sparmassnahme ist die Reduktion von Spitalbetten an den Standorten La Chaux-de-Fonds, Neuenburg und Le Locle vorgesehen. Die Operationssäle sollen zudem nicht mehr immer und überall bereit zur Aufnahme von Patienten sein, um eine Unterbelegung zu vermeiden.

Weiter kündigte der Verwaltungsrat an, dass Dienste ohne direkten Patientenkontakt, so etwa die Reinigung und der Empfang, ausgelagert werden sollen. Auch in diesen Bereichen ist ein Stellenabbau geplant.

Abmagerungskur geht weiter

Bis 2020 dürften mit den Massnahmen 11,6 Millionen Franken eingespart werden können. Damit ist die Abmagerungskur aber noch nicht abgeschlossen. So sind laut den HNE in diesen drei Jahren weitere Reformen nötig, um das finanzielle Gleichgewicht zu erreichen. «Wir suchen noch mindestens 15 Millionen Franken», sagte de Vos Bolay.