HR Today Nr. 1&2/2019: Bildungsmarkt

Sprachen lernen à la carte

Wer eine Sprachschule bucht, hat meist kein Mitspracherecht, bei welcher Familie er bleibt und mit wem er die Schulbank drückt. Das will die neue Sprachschule Klazz nun ändern. Mitgründer Oliver Flückiger im Gespräch.

Herr Flückiger, Sprachschulen gibt es wie Sand am Meer. Weshalb braucht es eine weitere?

Oliver Flückiger: Das ist genau das Problem. Der Sprachreisemarkt ist stark fragmentiert und intransparent. Sprachreiseagenturen und Schulen profitieren von hohen Kommissionen, während die Lehrer einen tiefen Lohn erhalten. Entsprechend ist die Dienstleistungsqualität trotz des hohen Preises oft schlecht. Mit unserer Plattform können wir Studenten nun direkt mit den besten Sprachlehrern matchen. Dadurch sinken die Kosten für die Schüler, andererseits erhalten die Lehrer einen besseren Lohn. Sprachschüler kaufen also keine Katze im Sack, sondern wissen schon vor der Buchung, was sie am Zielort erwartet.

Wie kann man sich dieses Matching vorstellen?

Auf unserer Website www.klazz.com können sich Interessierte alle Klassen inklusive der Lehrer- und Mitstudentenprofile anschauen und den für sie passenden Kurs auswählen. Nach der Buchung absolvieren die Sprachstudenten mit unserer App einen Placement Test, anhand dessen wir ihr Sprachniveau beurteilen und sie allenfalls in eine andere Klasse einteilen.

Statt Klassenzimmer nutzen Sie Co-Working-Spaces. Weshalb?

Im Gegensatz zu klassischen Schulzimmern sind Co-Working-Spaces sehr modern eingerichtet, haben einen Open Space, wo man Kaffee und Snacks geniessen kann und sind sehr zentral gelegen. Und das Wichtigste: In Co-Working-Spaces arbeiten auch andere Leute. Deshalb ist es einfach, mit Locals und nicht nur mit anderen Sprachschülern in Kontakt zu kommen. Viele Studenten nutzen die Co-Working-Spaces-Events auch fürs Networking.

Wie stellen Sie die Qualität des Unterrichts sicher?

Unsere Lehrer sind ausnahmslos alle zertifiziert und haben eine mehrjährige Lehrerfahrung. Zudem werden sie nur nach einem Sprach- und Pädagogiktest sowie Backgroundchecks und einem Interview aufgenommen. Daneben überwachen wir die Qualität laufend mit den wöchentlichen App-Umfragen.

In welchen Ländern und für welche Sprachen kann man bereits eine Reise buchen?

Wir konzentrieren uns derzeit auf Sprachreisen nach London. Unsere Schüler kommen zum grössten Teil aus Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und aus dem deutschsprachigen Raum.

Wie soll sich Klazz entwickeln?

Bereits in diesem Jahr werden wir zwei bis drei neue Destinationen einführen und denken auch über neue Sprachangebote nach. 2020 sind Destinationen ausserhalb Europas geplant.

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Chefredaktorin, HR Today. cp@hrtoday.ch

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