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Wieso schlechtes Zeitmanagement gute Kandidaten verscheucht

Folgende Situation: Eine Firma hat einen guten Kandidaten für ihre freie Stelle gefunden. Aber aufgrund von schlechtem Zeitmanagement im Rekrutierungsprozess, verliert der Kandidat das Interesse oder entscheidet sich gar für eine andere Stelle. Solche Situationen gilt es zu vermeiden.

Erfahrungen zeigen: In den meisten Fällen liegt es daran, dass eine oder mehrere Personen in der Firma den Prozess nicht ernst genug nehmen. Auch vergeht häufig zu viel Zeit zwischen den einzelnen Schritten oder man ist im Bewerbungsprozess einfach nicht genug fokussiert. Hinzu kommt, dass der Kandidatenmanagement-Prozess immer unpersönlicher wird. Viele Unternehmen arbeiten heutzutage mit einem ATS (Applicant Tracking System = Bewerbermanagement-Tool) um Zeit, Geld und Aufwand zu sparen. Egal ob mit oder ohne ATS: Wichtig ist, dass sich die aktuell verantwortliche Person im Prozess um jeden Schritt kümmert und dies möglichst rasch.

Ein paar Minuten reichen

Als Manager oder HR-Fachperson innerhalb von 24 Stunden ein paar Minuten aufwenden um einer Kandidatin/einem Kandidaten ein kurzes Feedback zu geben, scheint nicht viel verlangt. Beispielsweise zum CV oder eine Rückmeldung zu den nächsten Schritten um das Interesse zu bekräftigen.

Klar, die eigene Task-Liste ist voll und es bleibt jeweils nur wenig Zeit zwischen den einzelnen Meetings. Aber sind das nicht alles nur Ausreden? 
Es ist eine Frage der Wichtigkeit, der Seriosität und des Fokus, mit dem man als Unternehmen oder Manager nach neuen Mitarbeitern sucht. Es ist kaum von Vorteil, wenn der Kandidat bereits im Bewerbungsprozess merkt, wie gestresst die Firma ist und wie lange sie braucht um eine Rückmeldung per Email zu geben oder anzurufen um einen Termin zu vereinbaren. Zudem verfolgen Kandidaten ja meistens mehrere Bewerbungsprozesse gleichzeitig.

Einfach machen, statt lange überlegen

Generell ist es ziemlich einfach: Kandidaten sind so zu behandeln, wie man selbst gerne behandelt werden möchte, sich in die Lage der Kandidatin versetzen und dann den nächsten Schritt angehen. Dank Smartphone und Co. sind wir jederzeit kommunikationsfähig. Also: Die Angelegenheit ernst nehmen, fokussiert sein, alle Möglichkeiten ausnutzen und so Schritt für Schritt das Zeitmanagement verbessern.

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Michael Wanner

Michael Wanner bewegt sich seit bald 15 Jahren im Recruitment-Umfeld in der Schweiz. Sein Unternehmen MW Recruitment Services GmbH bietet Dienstleistungen rund um die Themen Vermittlungen, Coaching und Management-Beratung.

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