Adecco-Gruppe bleibt im dritten Quartal unter den Erwartungen

Die Adecco-Gruppe ist weniger profitabel unterwegs. Hohe Ausgaben für Wachstumsprojekte und Restrukturierungskosten drücken auf die Marge. Auch beim Gewinn bleibt der Konzern hinter den Erwartungen. Beim Umsatz wächst Adecco dagegen solide weiter.

Zürich (sda). Die Adecco-Gruppe hat auch im dritten Quartal ein organisches Wachstum von 6 Prozent erreicht, wie aus einer Mitteilung vom Dienstag hervorgeht. Damit wuchs die Gruppe etwa gleich stark wie in den beiden Vorquartalen. In der Berichtswährung legten die Erlöse um 2 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zu.

Zum Wachstum beigetragen haben erneut vor allem die europäischen Länder. Der grösste Einzelmarkt Frankreich, der fast ein Viertel des Gesamtumsatzes beisteuert, wuchs organisch um 8 Prozent. Aber auch in Italien (+25 Prozent), auf der iberischen Halbinsel (+14 Prozent) und in den Beneluxländern (+14 Prozent) nahmen die Umsätze zu – wenn auch bei kleineren Volumen.

Ein deutliches Wachstum weist Adecco zudem für die Schweiz aus. Der Umsatz wuchs hier um 5 Prozent. Auch der Schweizer Arbeitsmarkt befindet sich demnach im Aufschwung.

Unterdurchschnittlich entwickelte sich dagegen die Vermittlung von Arbeitskräften in der Region Nordamerika/Grossbritannien. Besonders enttäuschend war hier der Rückgang bei der Vermittlung von Spezialisten (-2 Prozent). Ebenfalls schwach liefen die Geschäfte in der Region Deutschland/Österreich (+2 Prozent) sowie bei der Tochtergesellschaft Lee Hecht Harrison (-5 Prozent).

Gewinneinbruch wegen Abschreiber

Während die Umsätze nur geringfügig die Erwartungen der Analysten verfehlten, enttäuschte der Konzern vor allem beim Gewinn. Wegen einmaligen Kosten rutschte der Reingewinn im dritten Quartal um fast einen Drittel unter den Vorjahreswert.

Er kam damit auf 123 Millionen Euro zu liegen. Analysten hatten mit einem Gewinn von 205 Millionen Euro gerechnet. Verantwortlich für den Einmaleffekt seien ausserordentliche Wertberichtigungen auf dem Markenportfolio, heisst es in der Mitteilung.

Der operative Gewinn ohne Zukäufe und vor Abschreibungen und Wertberichtigungen von solchen immateriellen Werten (EBITA) legte dagegen um 3 Prozent auf 321 Millionen Euro zu. Die EBITA-Marge verschlechterte sich derweil um 10 Basispunkte auf 5,4 Prozent.

Adecco will effizienter werden

Die tiefere Profitabilität sei dabei unter anderem auf hohe Investitionen in das Wachstumsprogramm «GrowTogether» und in die digitalen Projekte «Digital Ventures» zurückzuführen.

Mit diesen beiden Programmen will Adecco das Wachstum beschleunigen und die Kosteneffizienz verbessern. Der gewünschte Effekt dürfte aber erst 2019 und 2020 die Profitabilität des Unternehmens begünstigen, wie das Unternehmen bereits am Investorentag Ende September erklärte.

So würde «GrowTogether» bis 2020 Kosten von rund 245 Millionen Euro verursachen. Für die digitalen Projekte dürften jährlich weitere 10 bis 20 Millionen dazu kommen. Zusätzliche Restrukturierungskosten von rund 200 Millionen Euro schlagen sich in den Jahren 2018 und 2019 nieder. Unter dem Strich würden diese Belastungen die Marge im laufenden und im kommenden Jahr um 25 Basispunkte belasten.

Ziel sei es aber, bis 2020 die Marge um 100 Basispunkte zu steigern. Sparpotenzial sehe das Unternehmen zudem bei Verkaufs- und Verwaltungskosten. Dort könnten ab 2020 rund 250 Millionen Euro eingespart werden.

Optimistischer Ausblick

Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf sieht sich Adecco auf Kurs. So hätten die Umsätze im September nochmals um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert zugelegt. Und auch zu Beginn des vierten Quartals sei die Wachstumsbelebung spürbar.

Die Aktien von Adecco sind am Dienstag mit Verlusten in den Handel gestartet. Vor allem bei den Gewinnzahlen zeigen sich die Analysten enttäuscht. Nach den am Morgen vorgelegten Quartalszahlen verloren die Adecco-Papiere 1,5 Prozent auf 77,23 Franken.