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Die Kunst der Selbstmotivation: 11 Tipps

Wer motiviert ist, schafft mehr und ist zufriedener. Wir können unserer Motivation mit ein paar einfachen Tricks auf die Sprünge helfen.

Sind Sie eigentlich käuflich? Schwierige Frage, oder? Natürlich will niemand käuflich sein, aber letztlich gehen viele von uns einer bezahlten Arbeit nach, die wir ohne diese Bezahlung wohl eher nicht ausüben würden – zumindest nicht so häufig und so lange.

Aber wir müssen unseren Lebensunterhalt bestreiten und bieten darum unsere Arbeitskraft gegen Geld an. Geld ist sozusagen unsere Motivation. Zumindest ist sie ein Teil davon.

Motivation hat zwei Ausprägungen: die extrinsische und die intrinsische. Bei der extrinsischen Motivation erbringen Menschen Leistungen, weil sie sich entweder eine Belohnung versprechen oder weil sie Nachteile vermeiden wollen. Die Steuererklärung ist ein schönes Beispiel dafür.

Die intrinsische Motivation hingegen kommt aus uns selbst. Die Aufgabe als solche ist für uns Motivation genug und wir würden sie ohne zu zögern auch ohne Bezahlung oder Belohnung von aussen ausführen.

Im Idealfall üben wir unseren Job auch deswegen aus, weil uns die Tätigkeit selbst gut gefällt, wir Raum für persönliche Entwicklung haben, uns die Aufgaben inspirieren und zu guten Leistungen anspornen. Michaela Brohm-Badry, Professorin an der Universität Trier, beschäftigt sich  seit über zehn Jahren mit diesem Thema. «Motivation ist Lebensenergie und damit die Grundlage des Menschseins», sagt sie. «Der Mensch will wachsen und dazu braucht er diesen Zustand der Spannung zwischen dem Jetzt und einem Ziel, das er erreichen will.»

Dass die intrinsische Motivation uns weiter bringt als die extrinsische, liegt auf der Hand. Sie hält nicht nur länger an, sie macht uns auch zufriedener. «Rund 50 Prozent unserer Motivation sind genetisch vorbestimmt, an den anderen 50 Prozent können wir arbeiten. Das ist eine ganze Menge», so Brohm-Badry.

Ihre elf Tipps für mehr Selbstmotivation:

1. Offen sein und bleiben

Klingt esoterisch, ist es aber nicht. Nur wer der Welt offen und neugierig begegnet, kann überhaupt Motivation empfinden. Offenheit und Neugier sind eng mit positiven Gefühlen verknüpft. Wer verschlossen ist, kann nur schwer motiviert sein.

Offen sein heisst in diesem Zusammenhang, sich den Dingen positiv zuwenden: Menschen, Projekten oder Inhalten. Und das motiviert dann auch. Natürlich gibt es Menschen, die von Natur aus offener oder verschlossener sind. Daran lässt sich aber arbeiten.

2. Wohlbefinden schaffen

Neben Offenheit ist Wohlbefinden eine Grundlage jeder Art von Motivation. Wer sich nicht wohlfühlt, wird sich nicht motivieren können.

Wohlbefinden können wir auf allen möglichen Ebenen schaffen: im Umfeld, bei der Tätigkeit, bei uns selbst.

3. Eigene Stärken finden

Sie hassen organisieren und müssen den ganzen Tag nichts anderes machen? Dann wird es Zeit zu analysieren, was Sie wirklich gern machen. Zum Beispiel auf der Website charakterstaerken.org der Universität Zürich. Dort können Sie sich selbst in verschiedenen Tests auf die Schliche kommen.

Nichts ist motivierender, als etwas zu tun, das einem wirklich liegt. Der öde Teil der Arbeit – und einen solchen gibt es fast immer – fällt dann gleich viel weniger ins Gewicht.

4. Freiheit suchen

Schon klar: Arbeit und Freiheit sind nicht unbedingt zwei Worte, die in einem Atemzug genannt werden, und Arbeit schränkt unsere Freiheit in der Regel ein. Aber die Motivation ist ein Kind der Freiheit und wird die Freiheit geraubt, geht auch die Motivation verloren.

Ja, Arbeit ist bis zu einem gewissen Grad eine Pflichtveranstaltung und was genau erledigt werden muss, steht fest. Aber wenn Mitarbeiter über das Wie selbst bestimmen können, macht das für die Motivation einen gigantischen Unterschied. Erst wenn das nicht geht, weil der Chef jeden Schritt überwacht, wird es wirklich schwer mit der Motivation.

5. Lieben was man tut

Meist heisst es, wir sollen tun, was wir lieben. Das ist gut und schön, führt aber nicht unbedingt dazu, dass wir auch Miete und Essen bezahlen können.

Kehren wir den Rat doch mal um und lieben wir was wir tun: In fast jeder Tätigkeit lässt sich etwas Sinnvolles entdecken, etwas, das Menschen hilft oder Freude bereitet. Wer sich darauf konzentriert und entdeckt, wie die eigene Arbeit andere voranbringt oder zu etwas Grossem beiträgt, wird motivierter bei der Sache sein.

6. Das Angenehme zuerst tun

Wirklich? Hiess es nicht bisher, wir sollen die bedrohlichste Aufgabe vom Tag zuerst hinter uns bringen, um dann voller Erleichterung den Rest anzugehen? Ja, hiess es. Richtig funktionieren tut diese Strategie aber nicht. Wer sie fährt, muss gleich zu Beginn eine dermassen hohe Willenskraft aufbringen, dass er energetisch in eine Abwärtsspirale gerät.

Wer es andersherum macht, erlebt den Start von Arbeitsprozessen als glücksbringend – oder zumindest niedrigschwellig. Denn wie heisst es so schön: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Fangen wir mit dem Schönen oder Leichten an, erleben wir die Lust des Anfangs und können so energetisiert unlustigere Zeiten besser überstehen.

7. Positives Umfeld

Menschen sind hochgradig ansteckend. Darum hemmt nichts die Motivation mehr als Energieräuber. Egal ob das jemand ist, der einen ständig kontrolliert, oder jemand, der für alles Gründe findet, warum etwas nicht funktioniert.

Egal wie gut man selbst drauf ist, sich dagegen zur Wehr zu setzten, kostet extrem viel Energie. Darum lieber ein Umfeld suchen, das einen in dem, was man tut, unterstützt.

8. Beziehungen pflegen

Beziehungen sind für uns als soziale Wesen Energie pur. Haben wir funktionierende Beziehungen, fühlen wir uns wohl. Die Möglichkeit, sich auszutauschen, ein Lächeln oder ein nettes Wort, ein kurzer Plausch an der Kaffeemaschine. Manchmal braucht es nur ganz wenig davon und wir gehen gleich wieder motivierter an die Arbeit.

9. Mit sich selbst wetten

Wer eine langweilige oder anstrengende Tätigkeit hinter sich bringen will und gerade im Motivationsloch steckt, kann versuchen, die Motivation mit ein bisschen Spielerei zu locken. Zum Beispiel den Timer am Handy auf 20 Minuten stellen und mit sich selbst wetten, ob man es in dieser Zeit schafft, die Aufgabe zu erledigen.

Das funktioniert aber nur, wenn es wirklich ungewiss ist, ob man es schafft. Spiele, bei denen schon feststeht, dass man ohnehin gewinnt, motivieren weit weniger als solche, wo tatsächlich das Risiko besteht, zu unterliegen. Ebenfalls in den Keller sackt die Motivation bei solchen Spielen, die unmöglich zu gewinnen sind, weil das Ziel viel zu hoch gesteckt ist.

Der Trick mit dem Spiel funktioniert auf Dauer übrigens nur, wenn man gegen sich selber spielt. Wer gegen Arbeitskollegen spielt, erlebt sicher auch Ansporn, kreiert damit aber auf Dauer eine Wettbewerbssituation, die das Wohlbefinden beeinträchtigt.

10. Selbstdisziplin

«Ha!», denken Sie jetzt vielleicht. Wenn ich die hätte, wäre die Motivation ja nicht mehr so entscheidend. Aber so einfach ist es nicht.

Selbstdisziplin hilft uns, Tätigkeiten abzuschliessen. Damit erleben wir uns als wirksam und das wiederum steigert unsere Motivation und wir brauchen weniger Selbstdisziplin, weil wir sozusagen in Fahrt gekommen sind.

11. Mutig sein

Mut ist der Wille zur Bewältigung in gefährlichen oder schwierigen Situationen. Zum Beispiel, die Wahrheit zu sagen, statt sich durchzulavieren oder sich Bedrohungen oder Schmerzen zu stellen und Herausforderungen anzunehmen. Es geht darum, mit den Grenzen der eigenen Sicherheit zu spielen. Wenn wir nur tun, worin wir uns sicher und routiniert fühlen, lernen wir nichts mehr dazu.

Erst leichte emotionale Verunsicherung führt dazu, neues Terrain abzutasten und so das eigene Handlungspotenzial zu erweitern. Dabei kann man scheitern, aber auch das ist eine Weiterentwicklung und trägt zur Motivation bei.

Dieser Artikel ist erschienen bei Miss Moneypenny.

 

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