HR Today Nr. 9/2017: swissstaffing-News

Am Puls der Temporärbranche

Mit dem Swiss Staffingindex hat swissstaffing ein neues Branchenbarometer entwickelt, das die Geschäftszahlen von über 200 Personalver­leihern vereint. Damit erhält die Branche ein genaues Messinstrument.

Wie entwickelt sich meine Firma im Vergleich zur Branche? In jedem Unternehmen stellt sich diese Frage aufs Neue, sobald die Geschäftszahlen des Vormonats vorliegen.

In der Temporärbranche drängt die Antwort besonders. Eine starke Abhängigkeit von der konjunkturellen Entwicklung, ausgeprägte saisonale Schwankungen und eine grosse Zahl von Mitbewerbern stellen die Geschäftsführer vor eine schwierige Aufgabe. Entwickeln sich die Unternehmenszahlen gut, kann dies das Resultat guter Arbeit sein, aber auch die Folge einer allgemein positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Ein zuverlässiges Branchenbarometer ist für Geschäftsführer von Temporärunternehmen ein unverzichtbares Werkzeug zur Unternehmenssteuerung.

Ein gemeinsames Projekt

Mit dem Swiss Staffingindex hat swissstaffing ein neues Branchenbarometer entwickelt, das die Geschäftszahlen von über 200 Personalverleihern vereint. Zu den Firmen gehören Branchengrössen wie die Adecco Human Resources AG, Manpower AG, Randstad Schweiz AG, Kelly Services Schweiz AG, Interiman Group Holding SA, dasteam ag oder Bellini Personal AG.

Neben diesen Grossunternehmen liegen dem Index ebenfalls die Zahlen vieler kleiner mittelständischer Temporärunternehmen zugrunde. Mit 66 Millionen erfassten Einsatzstunden pro Jahr stehen rund 40 Prozent des Schweizer Temporärmarkts hinter dem neuen Index. Dank seiner hohen Marktabdeckung ist er für die Entwicklung der Temporärbranche repräsentativ.

Neben seiner Grösse zeichnet sich der Swiss Staffingindex durch eine einzigartig gute Datenqualität aus. Die verwendeten Daten stammen direkt von den vier führenden Softwareunternehmen, die der Branche innovative, ganzheitliche Softwarelösungen zur Verfügung stellen: die Realisator Treuhand AG, die M&D Solutions AG, die Softsite AG und die btv-data ag.

In der Praxis nutzen die Personalberater eines Temporärunternehmens die Software der Anbieter für die Verwaltung ihrer Einsätze. Beispielsweise können die grossen und kleinen Temporärunternehmen über die Systeme der Provider schnell und unkompliziert den korrekten Mindestlohn bestimmen und ihn richtig sozialversichern. Das schafft Sicherheit für Temporärarbeitende wie Unternehmen.

Gleichzeitig ermöglicht die IT-Infrastruktur eine automatisierte Datenlieferung der Softwareanbieter an eine neutrale Instanz, den Swiss Staffingindex. Hinter dem Index stehen damit Unternehmensdaten auf qualitativ höchstem Niveau.

Arbeitsstunden als Erfolgsindikator

Die zentrale Frage bei einem Index ist, was er genau misst. Nur mit dieser Information weiss ein Geschäftsführer, welche unternehmensinternen Zahlen er mit dem Index vergleichen kann. Im Fall des Swiss Staffingindex erfasst dieser die geleisteten Arbeitsstunden der Temporärarbeitenden pro Arbeitstag – inklusive Überstunden sowie ohne Krankheitsausfälle und Ferienabwesenheiten. Die geleisteten Arbeitsstunden sind die Währung, in der die Branche ihren unternehmerischen Erfolg rechnet. Der Vorteil: Die geleistete Arbeit in Stunden bleibt immer gleich und ist deshalb über Jahre hinweg vergleichbar. Lohnsumme und Umsatz würden hingegen als Erfolgsindikatoren durch steigende Nominallöhne und schwankende Lohnnebenkosten verfälscht.

Wie die meisten Branchenbarometer, die auf echten Unternehmenszahlen basieren, kennt der Swiss Staffingindex auch Herausforderungen. Zwar werden Daten für jeden laufenden Monat separat erhoben, diese sind aber aufgrund von starken monatlichen buchhalterisch bedingten Zufallsschwankungen kaum interpretierbar. In der Volkswirtschaft spricht man auch von der sogenannten Abgrenzungsproblematik. Daher fasst der Swiss Staffingindex immer die Einsatzstunden der letzten drei Monate zusammen und vergleicht diese mit der Vorjahresperiode. Das Ergebnis: ein stabiler und zuverlässiger Indikator für die Branchenentwicklung, der auch in stürmischen Zeiten sichere Orientierung bietet.

Frühindikator für die Wirtschaft

Der neue Swiss Staffingindex ist nicht nur ein wichtiger Benchmark innerhalb der Temporärbranche, sondern auch ein wertvoller Indikator für die Entwicklung der Schweizer Volkswirtschaft. Als erfolgreiche Arbeitsvermittler in allen Wirtschaftszweigen sind die Temporärunternehmen Spiegel der wirtschaftlichen Entwicklung. Abbildung 1 illustriert dies deutlich. Gut erkennbar sind das Boomjahr 2013 und ein gutes erstes Halbjahr 2014. In der zweiten Jahreshälfte 2014 flaute die Schweizer Konjunktur ab und geriet durch den Frankenschock 2015 in eine Rezession. Für die Temporärunternehmen bedeutete das einen Geschäftseinbruch von fast vier Prozent für das Geschäftsjahr 2015. Seit 2016 gewinnt die Schweizer Wirtschaft langsam wieder an Fahrt. Mit einem Wachstumsschub von 6,9 Prozent im zweiten Quartal deutet die Entwicklung der Temporärbranche darauf hin, dass sich das Schweizer Bruttoinlandprodukt im laufenden Jahr dynamisch entwickeln wird. Der Grund: Unerwartete Zusatzaufträge werden zunächst mit Temporärpersonal bewältigt. Daher ist die Temporärbranche ein Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. In Anbetracht der guten Weltkonjunktur und den positiven Wachstumsprognosen darf die Branche deshalb optimis­tisch auf die zweite Jahreshälfte blicken.

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Marius Osterfeld ist Ökonom  bei ­swissstaffing.

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