Salärstudie

Das verdienen HR-Fachleute

Eine neue Studie hat den Lohn von HR-Fachleuten in der Schweiz untersucht. Dabei werden unter anderem diverse HR-Jobprofile – vom HR-Sachbearbeiter über den HR-Spezialisten bis hin zum HR-Leiter – beleuchtet. Die Untersuchung zeigt zudem auf, welches die wichtigsten Faktoren für die Entwicklung des Salärs sind. Bei uns gibts eine Zusammenfassung der wichtigsten Resultate, die Einschätzungen dazu von Careerplus-Co-Geschäftsleiterin Jana Jutzi sowie die gesamte Studie als Download.

HR-Fachkräfte verdienen vergleichsweise gut. Der Bruttojahreslohn beträgt im Schnitt 90 000 Franken – das sind rund 600 Franken mehr als 2015 (89 316 Franken). 20 Prozent liegt dieser Lohn über dem Schweizer Schnitt.

Mit einem Monatsgehalt von 7890 Franken sind die Löhne in der Region Zürich am höchsten. Im Tessin verdienen HR-Fachleute mit 6390 Franken pro Monat schweizweit am wenigsten.

Spitzenverdiener sind mit 180 000 Franken Bruttojahreslohn die HR-Leiter. Mit einem Gehalt von maximal 89 000 Franken jährlich bilden die HR-Sachbearbeiter das Schlusslicht der Lohntabelle. Die wichtigsten Faktoren für die Entwicklung des Salärs in HR-Berufen sind neben Weiterbildungen und Sprachkenntnissen auch Berufs- und Führungserfahrung. Investieren HR-Leiter in ein MBA-Studium, erhalten sie bis zu einem Fünftel mehr Lohn als mit einem Abschluss an der Höheren Fachschule oder der Fachhochschule. Payroll-Spezialisten, die mehr als vier Personen führen, verdienen knapp 18 000 Franken mehr als Kollegen ohne Führungsverantwortung. Andere Jobprofile weisen ähnliche Entwicklungsmöglichkeiten auf.

Für die Studie analysierte die Personalberatung Careerplus von 2014 bis 2016 Dossiers von 2044 HR-Arbeitskräften. Aus der Untersuchung resultieren nicht nur umfassende Informationen bezüglich des Bruttojahressalärs für die relevanten Alters- und Funktionskategorien im Bereich Human Resources. Auch legt die Studie das Lohnentwicklungspotenzial hinsichtlich Aus- und Weiterbildung, Art des Unternehmens und Führungsspanne offen.

Um einen möglichst aussagekräftigen Salärrahmen für eine Person mit einem bestimmten Profil zu ermitteln, ist der Studie ein Formular zur Berechnung des Salärs angefügt. So sehen Kandidaten, ob ihre Lohnforderungen marktgerecht sind, und Unternehmen erhalten damit einen Vergleichswert für die Gestaltung der Löhne.

4 Fragen an Jana Jutzi, Co-Geschäftsleiterin, Careerplus

Frau Jutzi, was hat Sie an der HR-Salärstudie überrascht?

Ich hätte zwischen den Profilen HR Business Partner und HR Bereichsleiter einen grösseren Lohnunterschied erwartet. Wahrscheinlich sind vergleichbare Werte auch auf die Begriffsdefinition zurückzuführen. Grundsätzlich zeigt sich, dass die verschiedenen Profile im HR stark ineinander fliessen und es schwierig ist, diese komplett voneinander abzugrenzen. Die restlichen Resultate und der Umstand, dass eine fundierte Ausbildung unabhängig vom Profil oder der Branche zentral ist, decken sich mit meinen Erfahrungen.

Was ist Ihre Botschaft an unser HR-Publikum – und insbesondere an junge Arbeitnehmer im HR?

Der Abschluss einer fundierten Weiterbildung lohnt sich definitiv. Wichtig ist, dass man sich entweder in einem bestimmten Bereich spezialisiert oder sich als Generalist positioniert. Zudem lohnt es sich, mindestens eine Fremdsprache fliessend zu beherrschen. Dies öffnet Türen zu zusätzlichen Aufgaben und hat einen positiven Einfluss auf das Einkommen.

Und wie geht es erfahrenen Fachleuten der HR-Berufsgruppe?

In der heutigen Wirtschaft sind HR-Personen kaum von einem Unternehmen wegzudenken. Eine fundierte Aus- oder Weiterbildung und mehrjährige Berufserfahrung sind ausschlaggebend für den kontinuierlichen Anstieg des Jahressalärs. Gut gebildete HR-Fachleute finden meist ohne grössere Schwierigkeiten eine Stelle. Gehört Führungserfahrung in das Aufgabengebiet, hat dies zusätzlich einen positiven Einfluss auf das Salär.

Gibt es im HR grössere Veränderungen oder neue Herausforderungen?

Die digitale Transformation hat auch bei uns im HR Einzug gehalten. Für HR-Fachleute ist es deshalb wichtig, die Digitalisierung zu verstehen und zu nutzen. Es werden in naher Zukunft jene Fähigkeiten immer wichtiger, die uns grundlegend von Maschinen unterscheiden. Gleichzeitig aber auch jene, die uns im Umgang mit diesen befähigen.

Jana Jutzi, Betriebsökonomin FH, begann 2006 als Rekrutierungsspezialistin bei Careerplus und übernahm nach dem Aufbau einer neuen Filiale in St. Gallen und der Teamführung vor Ort im Jahr 2010 die Rolle als Regionenverantwortliche der Region Zürich und Ostschweiz. Heute hat sie als Co-Geschäftsführerin die operative Leitung des Unternehmens inne und ist damit für 120 Rekrutierungsspezialisten in den Bereichen Finanzen, Sales, HR, Bau, Industrie, Gesundheit und IT verantwortlich.

Die Studie als PDF:

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