Internationales Human Ressource Management

Im Ausland Kandidaten finden und rekrutieren

Stellenmärkte und Kandidaten unterscheiden sich von Land zu Land. Eines aber haben alle gemeinsam: Viele qualifizierte Arbeitnehmer ziehen jederzeit einen Wechsel ins Ausland in Betracht. Dank attraktiver Rahmenbedingungen ist die Schweiz weltweit eine der beliebtesten Arbeitsmarkt-Destinationen. Es herrschen also ideale Voraussetzungen, um hierzulande dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Obwohl die Schweiz keine internationalen Metropolen wie New York oder Paris zu bieten hat, ist sie eine äusserst attraktive Destination für ausländische Arbeitnehmer. Das hat die weltweit durchgeführte Studie «Decoding Global Talent» von «The Network», einer Allianz führender Online-Stellenportale, zu der auch jobs.ch und jobup.ch gehören, ergeben. Nur die grossen Länder wie die USA, England, Kanada und Deutschland liegen im globalen Ranking der beliebtesten Arbeitsmärkte noch vor der Schweiz.

Was macht die relativ kleine Schweiz so begehrt? Laut der Studie «Decoding Global Talent» schätzen Arbeitnehmer vor allem die kompetitiven Saläre, die üblicherweise guten Karrieremöglichkeiten und den hohen Lebensstandard. Auch die Vielzahl grosser internationaler Unternehmen, die breite Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten und die Top-Infrastruktur sprechen für die Schweiz. Und mit dem Trend zu Englisch am Arbeitsplatz fällt es immer leichter, ausländische Mitarbeitende in ein Unternehmen zu integrieren. Im internationalen Vergleich haben die Schweizer Arbeitgeber also ausgezeichnete Chancen, die gesuchten Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuziehen.

Ausländischer Personalmarkt bietet interessante Kandidaten

Im Ausland warten tatsächlich viele Arbeitnehmer auf ein Jobangebot aus der Schweiz. Und sie sind gut qualifiziert: Mehr als 60 Prozent der Anwärter haben ihre Hochschulausbildung erfolgreich abgeschlossen. Speziell bei in den IT-, Ingenieur- und Wirtschaftsberufen ausgebildeten Personen ist die Zahl an Interessenten gross. Laut der Studie sind 28 Prozent aller Wechselwilligen, die in die Schweiz kommen würden, in Wirtschaftsberufen ausgebildet, 27 Prozent haben eine IT- oder Ingenieursausbildung absolviert. Vor allem reisewillige Kandidaten aus Nordeuropa und Nordamerika bringen viel Arbeitserfahrung mit.

Wer an längerfristigen Beschäftigungsverhältnissen interessiert ist, sollte sich in Osteuropa, Nordafrika und Südamerika umsehen. Arbeitskräfte aus diesen Regionen geben an, länger als zehn Jahre in der Schweiz bleiben zu wollen. Studienteilnehmer aus nordeuropäischen Ländern wie Finnland oder England sowie aus dem asiatischen Raum geben hingegen an, dass sie kürzere Aufenthalte von bis zu maximal drei Jahren bevorzugen.

Je nach Land unterschiedliche Bedürfnisse

Damit Unternehmen die gewünschten Kandidaten für sich gewinnen können, müssen sie deren Motivation genau kennen. Die Studie «Decoding Global Talent» identifiziert auffällige geografische Unterschiede: Hohe Löhne und Zusatzleistungen haben zum Beispiel für Asiaten eine starke Anziehungskraft, bei europäischen Arbeitnehmern reichen rein finanzielle Anreize für einen Jobwechsel hingegen nicht aus. Bei ihnen liegt der Fokus hauptsächlich auf den Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die eine Stelle im Ausland bieten kann. Zu den Arbeitnehmern, die am wenigsten Ansprüche an ihr Arbeitsumfeld stellen, gehören vor allem die Nordeuropäer wie Schweden, Holländer und Engländer.

Zugang zu Talenten über Spezialisten

Allein schon durch die kulturellen Unterschiede bringen ausländische Mitarbeitende eine Vielfalt neuer Ideen und Fähigkeiten mit, von denen Schweizer Firmen profitieren können. Doch wie finden Arbeitgeber die passenden Mitarbeitenden im Ausland? Um erfolgreich und effizient international Personal zu rekrutieren, benötigen HR-Verantwortliche spezifisches Know-how zu den lokalen Gegebenheiten auf den jeweiligen Märkten. Dieses zu erwerben ist jedoch sehr aufwändig, kostet viel Zeit und bindet personelle Ressourcen. Am erfolgreichsten platzieren Schweizer Firmen ihre Stellen auf ausländischen Jobplattformen, denn weiterhin erreicht kein anderes Tool so viele Jobsuchende. In der Schweiz bietet zum Beispiel JobCloud eine Lösung für die internationale Rekrutierung an. Dank der Allianz «The Network» können Recruiter über JobCloud ihre Inserate auf führenden Jobplattformen auf der ganzen Welt schalten und so die Auswahl an passenden Kandidaten erweitern.

Die eigenen Talente behalten

Die Studie zeigt auch einen Weg, um die hiesigen Arbeitnehmer zu behalten. Immerhin 77 Prozent sind an einer Stelle ausserhalb der Landesgrenzen interessiert. Da sie im Ausland hauptsächlich neue Herausforderungen suchen und ihre Arbeitserfahrungen erweitern möchten, bietet man ihnen am besten innerhalb des Unternehmens die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und laufend neue Aufgaben zu übernehmen.

Der Erfolg im «War for Talent» liegt also in der Kombination von attraktiver Inhouse-Karrieregestaltung und dem professionellen Recruiting auf den internationalen Arbeitsmärkten, unterstützt von Experten.

Zur Studie

Alle zwei Jahre eruiert die Studie «Decoding Global Talent» die Attraktivität einzelner Länder als Arbeitsmarkt. Für die aktuelle Ausgabe befragten die führenden Stellenportale weltweit rund 200‘000 Berufstätige in 190 Ländern. In der Schweiz verantworteten jobs.ch und jobup.ch die Erhebung bei über 4400 Berufstätigen. Die Ergebnisse wurden anschliessend in Zusammenarbeit mit The Boston Consulting Group und The Network, einer Allianz führender Online-Stellenportale, ausgewertet und detailliert analysiert.

 

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Renato Profico ist seit 2008 bei der JobCloud AG und seit 1. Januar 2015 deren CEO. Zu JobCloud gehören die beiden Jobportale jobs.ch und jobup.ch. www.jobcloud.ch

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