HR Today Nr. 12/2017: Fokus Forschung

Talentmanagement: Wirksamkeit liegt im Auge des Betrachters

Eine Forschungsgruppe aus Finnland hat die Frage untersucht, welche Faktoren für wirksame Talentmanagement-Massnahmen entscheidend sind.

Eine Forschungsgruppe aus Finnland hat die Frage untersucht, welche Faktoren für wirksame Talentmanagement-Massnahmen entscheidend sind. Mit der Nachwuchsförderung legen Unternehmen einen wichtigen Grundstein für ihre eigene Zukunft. Deshalb zählt Talentmanagement (TM) zu den wichtigsten Themen, mit denen sich gerade auch multinationale Unternehmen entlang der folgenden Leitfragen beschäftigen:

  • Wie werden talentierte und für das Unternehmen langfristig vielversprechende Mitarbeiter identifiziert?
  • Welche Entwicklungsmassnahmen sind für Talente geeignet?
  • Wie und wo werden Talente sinnvollerweise eingesetzt?

Obwohl das Thema brisanter scheint als je zuvor, ist aus wissenschaftlicher Sicht wenig dazu bekannt, welche TM-Massnahmen die beabsichtigte Wirkung erzielen und welche nicht. Eine finnische Forschungsgruppe hat nun die Frage untersucht, welche Faktoren für wirksame TM-Massnahmen entscheidend sind.

Die Wissenschaftlerin Violetta Khoreva von der Universität Haken sowie ihre Kollegen Vlad Vaiman und Maarten Van Zalk haben den Zusammenhang zwischen der Wirksamkeit von TM-Massnahmen aus Sicht der Mitarbeitenden mit Fokus auf deren Bereitschaft, eigene Führungsqualitäten zu entwickeln, untersucht. Dafür wurden in Finnland in elf multinationalen Unternehmen 339 potenzielle Topmanager online befragt.

Um die Wirksamkeit von TM-Massnahmen aus Sicht der Mitarbeitenden zu erschliessen, wurden die Teilnehmenden gebeten, anzugeben, wie wirksam sie unterschiedliche TM-Massnahmen – etwa die «Mitarbeit an einem länderübergreifenden Projekt nebst dem eigentlichen Job» – bewerten. Darüber hinaus wurde die Bereitschaft zur Entwicklung eigener Führungsqualitäten zwecks Schaffung eines Mehrwerts für den Arbeitgeber erhoben.

Die Resultate der Studie zeigen, dass die Wirksamkeit von TM-Massnahmen mit der Bereitschaft zusammenhängt, eigene Führungsqualitäten zu entwickeln. Je wirksamer die Mitarbeitenden eine Massnahme einstufen, desto grösser ist ihre Bereitschaft, solche zu entwickeln. Dabei scheint auch das Geschlecht eine Rolle zu spielen. Konkret scheinen weibliche Mitarbeitende für Entwicklungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz empfänglicher zu sein als ihre männlichen Kollegen.

Fazit

Wenn es um die Frage geht, welche Massnahmen zur wirkungsvollen Nachwuchsförderung entwickelt und eingesetzt werden sollen, lohnt es sich für Unternehmen, die Perspektive der Mitarbeitenden miteinzubeziehen.

Kommentieren0 Kommentare

Sandra Furrer, wissenschaftliche Assistentin am Zentrum für Human Ressource Management, Universität Luzern

Weitere Artikel von Sandra Furrer
Log in to post a comment.

Das könnte Sie auch interessieren