Pakka AG gewinnt Swiss Ethics Award

Cashewnüsse ethisch bis in den Kern

Für ihr Projekt «Harte Schale, weicher Kern» konnte das Zürcher Unternehmen Pakka AG an der Schweizer Tagung für nachhaltige Unternehmensführung des Swiss Excellence Forum den Ethics Award entgegennehmen. Am Anlass referierte unter anderem Jean-Claude Biver, CEO von Hublot, zum Thema Ethik.

Sie bringen Cashewnüsse von südindischen Kleinbauern in die Regale von Schweizer Grossverteilern und schaffen dabei einen Mehrwert für alle - für ihr aussergewöhnliches Konzept wurde die Pakka AG nun mit dem Swiss Ethics Award ausgezeichnet. Zum fünften Mal hat das Swiss Excellence Forum am Mittwoch im KKL Luzern den Preis verliehen. Nominiert waren Projekte der Confiseur Bachmann AG Luzern, von Coop Schweiz (für ein Kooperationsprojekt mit WWF), Migros und der Ueli-Hof AG in Luzern. Laut Laudatio von Ständerätin Christine Egerszegi ist dabei aber das Projekt «Harte Schale, weicher Kern» von der Pakka AG als klarer Sieger hervorgegangen. «Die Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette hat die Jury beeindruckt», lobte Egerszegi.

Pakka ermöglicht den Bauern durch vorfinanzierte, gesicherte Abnahmemengen und Mindestpreisgarantien eine sichere Lebensgrundlage. Die Handelsbeziehungen des Zürcher Unternehmens gehen dabei weit über konventionelle Verträge hinaus und bieten den Bauern zusätzlich technische Unterstützung und strategische Beratung. Pakka hat die heute weltweit grösste, nach Fairtrade und Bio-Richtlinien zertifizierte Bauernkooparative «Fair Trade Alliance Kerala» initiert. Das Konzept lässt sich auch in anderen Ländern umsetzen und garantiert die Firmenphilosophie von Pakka: Produkte von höchster Qualität unter Einhaltung strenger sozialer, ethischer und ökologischer Kriterien herzustellen. «Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und sie motiviert uns, weiter zu machen», sagte Pakka-Geschäftsführer Balz Strasser an der Awardverleihung. Neben Cashewnüssen umfasst das Sortiment von Pakka auch Gewürze, Schokolade und Olivenöl.

Ein Anstoss für mehr Ethik

Mit dem Swiss Ethics Award zeichnet das Swiss Excellence Forum Projekte aus, die im Bereich Wirtschaft neue ethische Massstäbe setzen. Bewertet werden die moralische Güte und Kohärenz, die Gesellschaftliche Bedeutung und die Problemlösungskapazität sowie die Innovationskraft. Das Forum hat es sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen und Menschen «an den langen Hebeln», wie es Swiss Excellence Geschäftsführer Werner von Allmen bei seiner Eröffnungsrede ausdrückte, für das Thema Wirtschaft und Ethik zu sensibilisieren. «Der Award soll ein Anreiz sein, ethisches Handeln zu unterstützen», sagte von Allmen.

Anreiz zu ethischem Verhalten gaben auch die drei Referenten der Schweizer Tagung für nachhaltige Unternehmensführung. Dr. Daniele Ganser, Leiter des Swiss Institute for Peace and Energy Research in Basel, eröffnete den Nachmittag mit einem Kontrapunkt: Er beschäftigt sich mit dem globalen Kampf ums Erdöl, wo Ethik schlicht nicht vorhanden sei. Seine Ausführungen über unseren Erdölverbrauch, die Erdölreserven, die starke Abhängigkeit der westlichen Welt vom fossilen Energieträger und die Tatsache, dass das Fördermaximum Peak Oil bereits erreicht ist, liessen ein Stirnrunzeln zurück - und die Hoffnung, dass dank Ethik statt Kriege friedliche Lösungen gefunden werden in Zeiten der Ressourcenknappheit.

Peace and love seien die wichtigsten Kräfte im Leben, betonte im zweiten Referat Jean-Claude Biver, Ausnahme-Persönlichkeit der Schweizer Uhrenindustrie. Der CEO von Hublot SA, der in jungen Jahren in einer Hippie-Kommune lebte, zeigt sich bis heute inspiriert von der Bewegung der 68er. Er lebt Werte wie Teilen, Verzeihen und Respekt auch als Unternehmer und Geschäftsmann und spricht in für einen Manager wohl eher ungewohnten Worten: Belohne Fehler, höre auf Zweifel deiner Mitarbeiter, helfe und teile. Der Erfolg gibt dem Romand recht: Er hat mit seinem Team drei Uhrenmarken (Blancpain, Omega und Hublot) wiederaufgebaut und zu äusserst starken Unternehmen gemacht.

Wachstumsmarkt Nachhaltigkeit

Dass sich Erfolg und Ethik nicht ausschliessen, hat auch Anton Affentranger, CEO von Implenia, eindrücklich aufzeigen können. Der grösste Schweizer Baukonzern hat vor rund zwei Jahren einen Prozess für mehr Nachhaltigkeit lanciert. Seither sparen die Lastwagen-Fahrer von Implenia beispielsweise 300 Tonnen CO2 pro Jahr durch umweltfreundlicheres Fahren und der Baukonzern hat mit dem Projekt «Schorenstadt» in Basel das Vorzeigebeispiel der 2000-Watt-Gesellschaft verwirklicht. «Ich bin überzeugt, dass nur nachhaltige Unternehmen zukunftsfähig sind», sagte Anton Affentranger.

Nachhaltigkeit sei ein klarer Wachstumsmarkt, war dann auch der Tenor am anschliessenden Round Table-Gespräch.

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