21. Berner Wirtschafts- und HR-Forum

Auf der Spur des Generationenwandels

Rund 900 Gäste haben sich am 25. Januar im Kursaal Bern zum traditionellen Stelldichein der Berner Wirtschafts- und HR-Szene eingefunden. Es referierten und diskutierten Charles Donkor, HR-Chef-Berater von PwC, und Google-Talentmanagerin Daniela Landherr zum Thema Generationenwandel mit Fokus auf die ominöse Generation Y, die schon bald die Mehrheit der Erwerbstätigen stellen wird.

Die 21. Auflage des Berner Wirtschafts- und HR-Forums unter dem Titel «WhatApp mit der Führung? – Dem Generationenwandel auf der Spur» vermochte rund 900 Gäste in den Kursaal zu locken. Nachdem das neunjährige Jungtalent Ricky Kam am Flügel das Publikum hoch professionell auf das Forum eingestimmt hatte, führte Charles Donkor, HR-Chefberater bei PwC, faktenreich und unterhaltsam in die Thematik der verschiedenen Generationen-Kohorten und deren unterschiedliche Arbeitsphilosophie ein  gespickt mit allerhand persönlichen Anekdoten.

Die Generation Y sei gerade für PwC ein vordringliches Thema, da bereits heute 70 Prozent der Belegschaft dieser Generation entstamme, während es 2020 rund 80 Prozent sein werden. Umso mehr plädierte Donkor für eine sorgsam gepflegte Altersdiversität, die von gegenseitigem Respekt und generationenüberschreitender Wertschätzung.

Nach einem süffisanten Talk mit WKS-Direktor Christian Vifian hiess es Bühne frei für Daniela Landherr, die bei Google im Raum Europa, Naher Osten und Afrika das Employer Branding und Talentmanagement betreut. Als einstige KV-Absolventin der WKS hatte die Bernerin auf der Bühne des Gastgebers quasi ein Heimspiel. In ihrer enthusiastischen Rede präsentierte sich Landherr jedenfalls als überzeugte Markenbotschafterin und versuchte in Worte zu fassen, was die Attraktivität und den von der Generation Y dominierten Firmen-Spirit ausmacht: Die «Googliness» nämlich, die man letztlich nur verstehen könne, wenn man ein Teil der Firma sei. Eindrücklich spürbar etwa jeweils am Freitagnachmittag, wenn sich die Google-Belegschaft in den «Thanks God it's Friday»-Treffen auf das Wochenende einstimmen. Google verfolge das Ziel, «die Besten der Besten» zu engagieren und müsse deshalb ein entsprechend ansprechendes Rundumpaket bieten. Dabei seien Eigenschaften wie Leidenschaft und Veränderungswille oft wichtiger als Fachkompetenzen. So habe sie kürzlich im HR bewusst eine Sales-Spezialistin eingestellt.

Trotz aller unverhohlener Euphorie für ihre Firma zeigte sich Landherr durchaus auch selbstkritisch. Etwa im Panelgespräch mit Charles Donkor auf Christian Vifians Frage, wie sie mit dem Umstand umgehe, dass durch eine derart radikale Fokussierung auf Toptalente und deren Pflege, weniger Begabte auf der Strecke bleiben? Es sei hin und wieder schon besorgniserregend zu beobachten, mit wie viel Ehrgeiz und Ellbogeneinsatz gewisse Exponenten der Generation Y ihre Karriere verfolgten und dafür beinahe über Leichen gingen, räumte Landherr ein. Umso wichtiger sei es, den Leuten aufzuzeigen, dass Google nicht den Normalfall eines Arbeitgebers darstellt.

Dass auch Ricky Kam – Sprössling der Generation Z – alles andere als ein Normalfall ist, stellte er auch zum Finale der offiziellen Veranstaltung noch einmal unter Beweis, indem er das Publikum ein weiteres verblüffte und wohl gestimmt in den Apero entliess, dem es nicht an Diskussionsstoff mangelte.

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Ehemaliger Chefredaktor HR Today.

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