Gesundheitsförderung Schweiz

Ferien fernab vom Alltag

Mit den Sommerferien kommt die lang ersehnte Zeit der Erholung und Entspannung. In den Ferien die Seele wirklich baumeln zu lassen, ist für Schweizer Arbeitnehmende aber keine Selbstverständlichkeit mehr.

Umfragen zeigen, dass mehr als ein Drittel aller Beschäftigten auch in den Ferien für Geschäftliches zur Verfügung steht – also zum Beispiel E-Mails beantwortet oder Telefonate erledigt. Dieser Stand-by-Modus verhindert, dass die Ferienzeit der Regeneration dienen kann.

Dabei haben viele Menschen heute Erholung nötiger denn je: Die beruflichen Anforderungen steigen stetig an und nach Feierabend ist statt Entspannung immer öfter zusätzlicher Freizeitstress angesagt. Diese dauerhafte Belastung stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und kann krank machen. Die Ferien sollten deshalb in jedem Fall dazu genutzt werden, um Körper und Psyche wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die optimale Feriendauer für grösstmögliche Erholung liegt bei drei Wochen – aber auch wer nur weniger Zeit zur Verfügung hat, muss auf Entspannung nicht verzichten. Es kommt nicht auf die Länge, sondern auf die Qualität der Auszeit an.

Konsequent abschalten


Damit die Ferien auch wirklich Ferien bleiben, braucht es vorab ein bisschen Planung: ein aufgeräumter Schreibtisch, eine Pendenzenliste für laufende Projekte sowie ein detailliertes Übergabedokument für die Stellvertretung helfen, den Job guten Gewissens nach ganz unten auf der Prioritätenliste zu schieben. Ein weiterer  - leicht vermeidbarer – Stressfaktor ist das Handy. Hier gilt: Mut zur Unerreichbarkeit! Sollte das überhaupt nicht möglich sein, dann vereinbaren Sie klar, wann und wie Sie im Notfall erreichbar sind, beispielsweise an einem festen Wochentag oder täglich nur zu einer bestimmten Uhrzeit.

Freizeit geniessen


Entspannung finden ist oftmals gar nicht so einfach. Fühlt sich der lockere Tagesablauf zu Beginn der Ferien noch ungewohnt an, empfiehlt es sich, Schritt für Schritt Abstand vom hektischen Alltag zu nehmen. Planen Sie für die ersten Tage ruhig noch etwas mehr Aktivitäten ein, in der zweiten Hälfte der Ferien können Sie dann richtig abschalten und relaxen. Und um Konflikte in der schönsten Zeit des Jahres zu vermeiden, sollten Sie die Erwartungen aller Mitreisenden bereits vor der Abreise klären, die verschiedene Wünsche berücksichtigen, und wo nötig auch einmal eigene Wege gehen.

Erholt bleiben

Mit dem Ende der Ferien geht es zurück in den Alltag – und ehe man sich versieht, ist die Erholung dahin. Alte Stresstreiber sind zurück und der ewige Spagat zwischen Berufs- und Privatleben geht weiter wie gewohnt. Das muss nicht sein! Neueste Erkenntnisse aus der betrieblichen Gesundheitsförderung zeigen, dass Unternehmen dem Stress nicht wehrlos ausgeliefert sind. Viele belastende Situationen sind hausgemacht und lassen sich durch geeignete Präventionsmassnahmen vermeiden. Darum ist mein Appell an alle Arbeitgeber: Investieren Sie in die Stressprävention und tragen Sie der Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden Sorge. Denn weniger Stress zahlt sich langfristig aus – für beide Seiten.

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Thomas Mattig

Prof. Dr. Thomas Mattig ist seit 2007 Direktor von Gesundheitsförderung Schweiz. In dieser Funktion engagiert er sich für die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung. Neben seiner Tätigkeit bei Gesundheitsförderung Schweiz unterrichtet er als Titularprofessor an der Medizinischen Fakultät der Universität Genf. Er ist Autor mehrerer Werke und publizierte zuletzt das Buch «Healthy Economy – Neue Denkformen für eine gesunde Wirtschaft» im Verlag Neue Zürcher Zeitung.

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