Checkliste

Tisch und Stuhl ≠ Homeoffice

Sieben Tipps für einen optimal eingerichteten Arbeitsplatz zuhause.

Homeoffice in aller Munde – erzwungen zugegebenermassen. Und doch haben viele die Vorzüge des Arbeitens von zuhause aus schätzen gelernt: nicht dauerhaft, aber für gewisse Phasen, an ein oder zwei Wochentagen, flexibel. Eines scheint sicher: Remote-Work wird auch nach Normalisierung des (Arbeits-)Alltags einen gesteigerten Stellenwert für Unternehmen und Arbeitgeber behalten.

Wer dann wirklich produktiv arbeiten möchte, sollte beim Einrichten einige grundlegende Sachen berücksichtigen: Ein Tisch und ein Stuhl, an denen man sich mehr schlecht als recht seiner Arbeit widmet, macht noch kein Homeoffice aus, das sich auch für längere Arbeitsphasen eignet. Mit sieben Tipps verwandeln Sie den heimischen Arbeitsplatz in ein ergonomisches und produktives Umfeld.

Tipp 1: Weg von Couch und Co.

Ein richtiger Arbeitsplatz findet sich im Optimalfall in einem eigenen Raum, in welchem ungestörtes Arbeiten möglich ist. Couch, Couchtisch oder der zu tiefe Küchentisch sollten immer tabu sein. Selbst wenn es kurz verlockend und bequem erscheint: Durch die damit einhergehende krumme, in sich gebeugte Körperhaltung werden Brust- und Bauchraum «gequetscht» – die freie Funktionsentfaltung der inneren Organe ist dadurch eingeschränkt. Dass diese Körperhaltung auch insbesondere der Wirbelsäule nichts Gutes tut, dürfte nachvollziehbar sein. Und noch etwas: Notebooks und Co. nie auf den Schoss nehmen: Die Abwärme kann zu Verbrennungen an den Oberschenkel führen.

Tipp 2: Ein Schreibtisch und dessen korrekte Höhe

Ein Schreibtisch mit ausreichend Platz sorgt dafür, dass alle Arbeitsutensilien übersichtlich ausgebreitet werden können. In der Höhe individuell einstellbar hilft er dabei, eine optimale Körperhaltung bei gleichzeitig korrekter Sitzhöhe einnehmen zu können. Die Non-Plus-Ultra-Lösung (aber auch die kostenintensivste) ist ein elektrisch höhenverstellbarer Schreibtisch. Diesen können Nutzer entsprechend ihrer Körpergrösse, -haltung und Arbeitsweise – also sitzend oder stehend – anpassen.

Die optimale Tischplattenhöhe erreichen Sie, wenn Sie in einer aufgerichteten Körperhaltung bei senkrecht neben Ihrem Oberkörper hängenden Oberarmen Ihre Unterarme in einem rechten Ellenbogenwinkel nach vorne auf der Tischplatte ablegen können.

 

Tipp 3: Der Bürostuhl fürs Büro, der Esszimmerstuhl zum Essen

Neben einem geeigneten Schreibtisch benötigen Homeoffice-Arbeitende einen vernünftigen Bürostuhl, den sie in erster Linie ausreichend hoch einstellen können.

Die optimale Sitzhöhe ist erreicht, wenn sich Ihre Hüftgelenke deutlich höher als Ihre Kniegelenke befinden. Ihre Oberschenkel fallen in dieser Sitzhaltung nach vorn ab. Ein guter Bürostuhl kann dies durch eine einstellbare Sitzneigung unterstützen.

 

Die zusätzliche Einstellung der Sitztiefe ermöglicht es, den Auflagedruck an der Oberschenkelrückseite gleichmässig zu verteilen. Armauflagen tragen das Gewicht der Arme und entlasten damit Schultern und Nacken. Die Rückenlehne sollte lang genug sein, um den Schulterbereich mitstützen zu können und über eine körpergerechte, bestenfalls verstellbare Ausformung zur Konturanpassung an die Lendenwirbelsäule verfügen. Eine sogenannte Synchronmechanik ermöglicht den Wechsel in eine entspannte, nach hinten gelehnte Haltung, etwa bei Telefonaten – für die Muskulatur im Sitzen eine willkommene Abwechslung. Die dreidimensional einstellbare Nackenstütze liefert dabei einen wertvollen Beitrag zur Entlastung des Nackens.

Besonderen Profit im Bereich Ergonomie und kognitive Leistungsfähigkeit beschert Ihnen ein Bürostuhl mit schwingbarem Sitzwerk, welches sehr fein auf kleinste Verlagerungen des Körperschwerpunktes anspricht und damit eine stetige Sitzdynamik garantiert.

 

Falls trotzdem vorerst der Esszimmerstuhl dienen muss, kann eine entsprechende Unterlagerung des Beckens für eine ausreichende Sitzhöhe sorgen. Dann sollte aber auch der Tisch die richtige Höhe haben oder durch eine entsprechende Unterlagerung auf die optimale Höhe gebracht werden können.

Tipp 4: Bildschirm, Tatstatur, Maus

Die Arbeit an Bildschirm und Tastatur birgt einige ergonomische Fallstricke. Grundsätzlich empfiehlt sich immer eine separate Tastatur – auch bei Arbeiten am Tablet oder Notebook. Dadurch kann der Arbeitsbildschirm mühelos auf die nötige Höhe und Entfernung zu den Augen positioniert werden: In der Höhe sollte die Oberkante des Bildschirms bei aufgerichtetem Oberkörper maximal auf Höhe der Augen sein.

Neben der separaten Tastatur empfiehlt sich ebenso eine separate und ergonomische Maus. Vertikalmäuse sorgen für eine entspanntere, weil neutralere Haltung des Unterarmes. Eine herkömmliche Maus «verdreht» den Unterarm und belastet in Folge Schultergürtel und Oberkörper. Auch eine sogenannte Rollermaus, die unterhalb der Tastatur angebracht ist und lediglich den Daumen in Anspruch nimmt, kann eine sinnvolle Option sein.

Tipp 5: Papier im Blick

Das papierlose Büro und Clean Desk sind bislang noch nicht Realität – wenngleich auch viele bemüht sind, sich zumindest in die Richtung zu entwickeln. Wer bis dahin mit Vorlagen, Büchern oder Ausdrucken arbeitet, findet in einem Vorlagenhalter ein hilfreiches Tool. Zwischen Tastatur und Bildschirm aufgestellt, lassen sich so Vorlagen usw. fixieren: passend im Blickfeld und zudem mit einem Mehr an Ordnung und Platz auf dem Schreibtisch.

Tipp 6: Die zwei «L» – Licht und Luft

Licht und Luft sind die Elixiere am Arbeitsplatz. Und so auch im Homeoffice. Damit keine Blendeffekte entstehen, steht der Bildschirm vorzugsweise im rechten Winkel zum Fenster. Auch künstliche Lichtquellen beachten: Lampen mit Spotwirkung leuchten oft ungleichmässig und verursachen auf Bildschirm oder Tischplatte ungewollte Reflexionen. Um die Augen und den Nacken-Schulter-Bereich nicht einseitig zu belasten, sollten sich Bildschirmarbeiter grundsätzlich frontal vor den Bildschirm positionieren.

«L» Nummer 2: Luft.  Nutzen Sie Ihr Fenster nicht nur als Lichtquelle, sondern auch als Frischluftquelle. Das optimiert das Raumklima, wirkt Erschöpfung entgegen und beflügelt den Geist.

 

Tipp 7: Bewegung

Regelmässige Bewegung bringt und hält nicht nur den Körper in Schwung, auch das Gehirn profitiert von der Abwechslung. Deshalb gilt, egal ob Homeoffice oder Präsenzarbeitsplatz: Bewegung(spausen) fest in den Arbeitsalltag integrieren.

Sitzen Sie nicht stundenlang wie versteinert an Ihrem Arbeitsplatz. Animieren Sie sich selber zu Bewegung: Den Drucker ausser Reichweite stellen und für jeden Ausdruck aufstehen. Der Papierkorb gehört in die andere Ecke des Raumes usw. Telefonieren Sie im Stehen und gehen Sie dabei umher. Das bringt nicht nur mehr Bewegung in Ihren Arbeitsalltag, Sie wirken auch Ihrem Gesprächspartner gegenüber deutlich dynamischer und aufgeweckter.

 

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Eduard Haider

Eduard Haider forscht und entwickelt seit fast 40 Jahren in Kooperation mit Medizinern und Physiotherapeuten in den Bereichen gesunde Sitzlösungen und sensomotorische Therapiegeräte. Neben der Erfindung des ersten Schwingstabs für das Rückentraining gilt er auch als Pionier des bewegten Sitzens. Seine Haider Bioswing GmbH zählt zu den führenden Herstellern von Gesundheitssitz- und Therapiesystemen in Europa.

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