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Unerwartet starkes Wachstum der Temporärarbeit im Jahr 2011

Das Wachstum der Temporärarbeit ist höher ausgefallen als prognostiziert. Das Jahr 2011 war mit einer Wachstumsrate von rund 17 Prozent sogar ein richtiges Boomjahr für die Temporärarbeitsbranche.

Interessanterweise hat trotz der hohen Branchenwachstumsrate die Anzahl der Temporärarbeitenden deutlich weniger stark zugenommen, nämlich um «nur» 6 Prozent. Da Lohnsumme und Einsatzstunden beide um 
17 Prozent gewachsen sind, bedeutet dies, dass 2011 merklich mehr Einsatzstunden pro Temporärarbeiter und Temporärarbeiterin geleistet wurden. Die durchschnittliche Einsatzdauer ist von 11,6 Wochen im Jahr 2010 auf 12,8 Wochen im Jahr 2011 angestiegen.

Die Eckdaten der Personaldienstleistung im 2011:

  • Einsatzstunden: 148 Mio.
  • 
Temporärarbeitende: 288 309
  • 
Temporärarbeitende in Vollzeitäquivalenten: 73 452
  • 
Lohnsumme der Temporärarbeitenden: 
4,3 Milliarden Franken
  • 
Umsatz (hochgerechnet) der Temporärarbeitsbranche: 6,1 Milliarden Franken
  • 
Feststellenvermittlungen: 119 135

Die Verteilung der temporären Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Branche blieb auch 2011 stabil. Gut 20 Prozent White Collar und knapp 80 Prozent Blue Collar. Dabei zu berücksichtigen ist allerdings, dass in der Blue-Collar-Kategorie der Suva auch Dienstleistungsbranchen enthalten sind wie zum Beispiel Gastronomie, Transport und Lagerung.

Gemäss der swissstaffing-Erhebung mit dem Zürcher Institut gfs arbeiten 46 Prozent im Dienstleistungsbereich (inklusive Gastgewerbe, Transport und Lagerung), 34 Prozent in der Industrie, 19 Prozent im Bau (Haupt- und Nebengewerbe) und 1 Prozent in der Landwirtschaft. Dieses Verhältnis war vor vier Jahren ziemlich identisch.

Der Durchschnittslohn der temporären Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im White-Collar-Bereich lag 2011 bei 61 000 Franken, im Blue-Collar-Bereich bei 58 500 Franken.

Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer, welche temporär arbeiten, hat sich 2011 nochmals leicht erhöht und liegt bei 
61 Prozent. Bei den schweizerischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern lag der Frauenanteil bei 46 Prozent, bei den Ausländerinnen und  Ausländern bei 25 Prozent. Diese geschlechterspezifischen Werte sind in den letzten Jahren stabil.

Für die Abweichung von der Prognose von swissstaffing für die Umsatzerwartung 2011  ist vor allem ein deutlich rückläufiges Berufsunfallrisiko verantwortlich – von 189 pro 1000 vollbeschäftigte Temporärarbeitende auf 178 pro 1000. Dieser sehr erfreuliche Trend, der sich seit 1996 mit einer durchschnittlichen Abnahme von 2,6 Prozent an Berufsunfällen stabil zeigt, zeugt von der zunehmenden Sensibilisierung und den Anstrengungen der Personalverleiher für die Arbeitssicherheit. Die gemeinsamen Projektarbeiten von Suva, EKAS und swissstaffing zur Prävention von Berufsunfällen scheinen damit Wirkung zu entfalten. Ein Teil des Rückgangs des Unfallrisikos stammt aber auch von einem höheren Wachstum der Temporärarbeit im weniger exponierten Dienstleistungsbereich gegenüber der exponierteren Industrie.

Die Schweiz steht im europäischen Vergleich gut da

Die rückläufige Entwicklung des Temporärarbeitsvolumens im ersten Halbjahr 2012 bedeutet vor diesem Hintergrund, dass sich die Branche nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau bewegt. Lag im ersten Quartal der Rückgang im Personalverleih noch bei rund 15 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres, hat sich der Trend im zweiten Quartal deutlich verbessert und liegt noch bei  minus 6,5 Prozent.

Wir stehen damit im europäischen Vergleich relativ gut da; einzig einige skandinavische Länder und Polen konnten bei deutlich tieferen Anteilen der Branche an der Gesamtbeschäftigung eine leicht bessere Entwicklung ausweisen.
 

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Georg Staub ist Präsident von swissstaffing.

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