Swiss Arbeitgeber Award

«And the best employer is ...»

Am 5. HR Swiss Congress wurde zum 12. Mal der Swiss Arbeitgeber Award verliehen. Auf die Spitzenplätze schafften es eine Informatikfirma, ein Hotel und eine Klinik.

Bei der Zürcher Ergon Informatik AG herrscht Lohntransparenz, und das schon seit der Gründung im Jahr 1984. Offensichtlich behagt den Mitarbeitenden dieser offene Umgang mit den Löhnen: Die Informatikfirma wurde am 19. September in Bern zur Siegerin des Swiss Arbeitgeber Awards 2012 gekürt.

Ein weiteres Merkmal, welche das Unternehmen mit über 150 Mitarbeitern zum Spezialfall macht: Gegen Chefentscheide können die Angestellten ihr Veto einlegen. Dass dies auch wirklich Folgen haben kann, bestätigte Hans-Jürg Schneider, Chief Operating Officer bei Ergon: «Die Firma beschloss vor ein paar Jahren eine Neuordnung der Entlöhnung, wogegen das Veto eingelegt wurde. Der Entscheid wurde schliesslich rückgängig gemacht.»

Gabriela Keller, Mitglied der Geschäftsleitung und Verantwortliche für Personal & Marketing, fasste zusammen, weshalb ihre Firma wohl den Preis gewonnen habe: «Die Mitarbeiter stehen bei uns – genauso wie die Kunden – im Mittelpunkt.»

Über 100 Unternehmen wollten den Award haben

Den zweiten Rang belegte das Zürich Marriott Hotel, den dritten Platz verdiente sich die Klinik Sonnenhalde aus Riehen. Und der Aufsteiger des Jahres war die Lyreco Switzerland AG aus Dintikon.

Insgesamt wurden die besten 30 Arbeitgeber ausgezeichnet (Liste der Top 30). Beworben um den Titel hatten sich 103 Unternehmen, 96 davon erfüllten die Teilnahmebedingungen. Das ist ein Plus von 20 Prozent gegenüber 2011.

47 Prozent Neulinge, 16 Prozent alte Hasen

Der Swiss Arbeitgeber Award – ehemals cash Arbeitgeber Award – bietet Schweizer Unternehmen ab einer Grösse von 100 Mitarbeitern die Möglichkeit, sich mit den besten Arbeitgebern der Schweiz zu vergleichen, basierend auf einer anonymen Befragung der Mitarbeiter, die mittels detailliertem Fragebogen ihren Arbeitgeber bewerten. Durchgeführt und ausgewertet wird die Umfrage von der Firma icommit. Deren Geschäftsführer Sven Bühler gewährte während der Verleihung einen Blick hinter die Kulissen des Awards: «Das Instrument berücksichtigt 55 Messkriterien. Die Rangierung erfolgt aber aufgrund von drei Kenngrössen – der Zufriedenheit, dem Commitment und der Attraktivität des Arbeitgebers.»

Sven Bühler wird öfters gefragt, ob sich die immer gleichen Unternehmen bewerben: «47 Prozent waren 2012 das erste Mal dabei», erklärte er. 16 Prozent haben sich bereits fünfmal und häufiger beworben, die restlichen 37 Prozent liegen zwischen diesen beiden Polen.

Ein hohes Stressniveau

Auch der Teilnahmerhythmus stiess auf Interesse. Sven Bühler: «Natürlich gibt es Unternehmen, die jedes Jahr dieses Instrument nutzen wollen, konkret sind das 29 Prozent der teilnehmenden Unternehmen.» Die Mitarbeiter hingegen, die auf freiwilliger Basis den Fragebogen zu ihrem Arbeitgeber ausfüllen, würden eine Teilnahme alle zwei bis drei Jahre vorziehen.

Weitere Zahlen und Fakten rund um den Swiss Arbeitgeber Award 2012: Die Ausfüllquote der Fragebogen lag bei durchschnittlich 68 Prozent. Insgesamt wurden 22’564 Fragebogen retourniert, zwei Drittel wurden schriftlich ausgefüllt, ein Drittel elektronisch. Unter den ersten zehn Rängen finden sich Unternehmen aus sieben verschiedenen Branchen. Ein interessantes Detail: Das durchschnittliche Stressniveau in den 30 ausgezeichneten Firmen liegt höher als jenes der übrigen Schweizer Arbeitnehmer (gemäss Stress-Studie des SECO 2010).

Partner des Swiss Arbeitgeber Awards sind die «Bilanz», der Schweizerische Arbeitgeberverband, HR Swiss sowie GfK Switzerland.

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Franziska Meier ist Redaktorin und Produzentin mit langjähriger Erfahrung im Zeitungs- und Zeitschriftenbereich. Als Chefredaktorin des Magazins «fit im job» sowie als Fachredaktorin der Zeitschrift «HR Today» hat sie sich auf das Thema «Mensch, Arbeit & Gesundheit» spezialisiert. Zu ihren journalistischen Schwerpunkten gehören insbesondere Persönlichkeitsentwicklung, Coaching, Stressprävention und betriebliches Gesundheitsmanagement. Achtsamkeit praktiziert sie manchmal im Schneidersitz, öfter jedoch auf ihren Spaziergängen rund um den Türlersee.

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