Personal Swiss 2016

«Es geht immer um Trends, Wissen und Austausch»

Mitte April findet wieder die HR-Fachmesse Personal Swiss statt. Die Verantwortlichen Kamila Slowacka und Alexander R. Petsch erläutern im Interview, was neu ist und welche Trends sie sehen.

Was ist dieses Jahr neu im Programm?

Alexandra R. Petsch: Neue Programmpunkte sind zum Beispiel die Themenreihe Kliniken & Spitäler oder der HR Start-up-Park. Ansonsten ist es uns wichtig, an der Messe zu allen HR-Bereichen aktuelle Themen und Lösungen zu zeigen. Über 350 Aussteller und mehr als 200 Programmpunkte bieten hierfür die Grundlage.

Kamila Slowacka: Wichtig zu erwähnen sind noch die beiden Themenbereiche: «Trainings to Business» und «Corporate Health». «Trainings to Business» deckt alles ab, was die Weiterbildung und -entwicklung der Mitarbeitenden betrifft: von E- und Blended-Learning-Lösungen über Video- oder web-based Trainings und Sprachbildung bis zu Team- und Führungskräfteentwicklung, Coachings für die persönliche Weiterbildung und Seminarlocations für die richtige Lernumgebung. «Corporate Health» konzentriert sich entsprechend auf die Bereiche Ergonomie, Prävention und Betriebliches Gesundheitsmanagement. Das Ausstellerangebot beider Themenbereiche wird durch passende Vortragsreihen ergänzt.

Was hat es mit der neuen Themenreihe Kliniken & Spitäler auf sich?

Slowacka: Die Themenreihe Kliniken & Spitäler ist ein spezielles Vortragsangebot für HR-Entscheider im Gesundheitssektor, egal ob aus einem Spital, einer Klink, einer Einrichtung der Altenpflege oder einem Pflegedienst. Das Personal zählt zu den wichtigsten Ressourcen im Gesundheitswesen: Kenntnisse, Kompetenzen und Motivation der Mitarbeitenden sind entscheidend für eine leistungsstarke Einrichtung. Doch der Fachkräftemangel, fehlender Nachwuchs, wachsender wirtschaftliche Druck auf die Einrichtungen und der schlechte Ruf der Arbeitsbedingungen stellen die HR-Arbeit in diesem Bereich vor grosse Schwierigkeiten. Dabei ist die Gesundheitsbranche einer der wichtigsten Arbeitgeber Cluster der Schweiz.

Was ist der HR Start-up-Park und was bringt das dem HR?

Petsch: An diesem Messeelement steht die HR-Gründerszene im Rampenlicht. Junge Unternehmen, also solche, die noch keine drei Jahre im Markt sind, präsentieren sich den anwesenden HR-Entscheidern. Start-ups zählen inzwischen zu den treibenden Kräften für Neuerungen in vielen Bereichen, zunehmend auch im HR. Zur Ausstellungsfläche des HR Start-up-Parks gehört auch eine kleine Vortragsbühne: In 30-minütigen Vorträgen können die teilnehmenden Start-ups die Messebesucher von sich überzeugen. Wir bieten den Jungunternehmern dadurch die Möglichkeit zum Eintritt in den Markt: Wo sonst in der Schweiz versammeln sich so viele Unternehmensentscheider aus dem HR-Bereich! Und die Fachbesucher erhalten hier neue, frische Ideen.

Worum geht es bei der Workplace Strategy Expo?

Slowacka: Die Workplace Strategy Expo, International trade fair for innovative headquarters & large office unit solutions, ist eine eigenständige Messe, die zeitgleich zur Personal Swiss in der Halle 4 stattfindet. Die international ausgerichtete Messe deckt alle Aspekte ab, die sich positiv auf Arbeitsumgebung und Kreativität auswirken sowie Zusammenarbeit, Wissensfluss und informelle Kommunikation unterstützen. Die Messe soll Entscheidungsträgern helfen, Veränderungen in der Arbeitswelt zu verstehen, die Arbeitsplätze entsprechend anzupassen und so im 21. Jahrhundert anzukommen. 

Petsch: Wir als børding messe bewegen uns seit 16 Jahren in den Themenbereichen Personalmanagement, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, Motivation und Technologie. Und mit diesem Background ist es für uns ein spannendes Thema, den Arbeitsplatz der Zukunft auf ein anderes Level zu heben und mit weiteren Themenfeldern zu diskutieren. Die Workplace Strategy Expo richtet sich nicht primär an HR-Manager, was nicht heisst, dass sie nicht spannend und inspirierend für diese ist. Sondern sie adressiert in erster Linie Geschäftsführer, Architekten, Innenarchitekten und alle, die die Arbeitsumgebung in ihrer Organisation umdenken.

Welche HR-Trends stellen Sie fest?

Petsch: Viel wird natürlich geredet über die Entwicklung und neuen Möglichkeiten in Recruiting und Talent Acquisition durch die sozialen Medien. Über LinkedIn, Facebook, Twitter, Xing und Co. pflegen Unternehmen heutzutage ihre Arbeitgebermarke und überzeugen qualifizierte Bewerber von sich. Das erfordert aber ein ganz neues Denken. Wie HR-Manager und Recruiter bei diesen Entwicklungen mithalten können, was sie benötigen und wie man sie unterstützen kann, sind deshalb wichtige Themen.

Wo hat das HR noch Nachholbedarf?

Petsch: HR muss seinen Wertschöpfungsbeitrag für die gesamte Organisation sichtbar machen. Das erfordert aber eine ganze Menge von Wissensfeldern, die ich beherrschen muss. Das fängt beim eigenen Geschäftsmodell der Organisation an und hört  bei dem ROI der HR-Arbeit noch lange nicht auf.

Slowacka: Das HR muss immer noch an seiner Rollenfindung arbeiten: Es muss sich seiner Verantwortung und seines Einflusses bewusst werden, sein Potenzial als Gestalter wahrnehmen.

Was bringt HR-Verantwortlichen ein Messebesuch?

Slowacka: Was sind die Trends? Worauf muss ich achten? Welche Tools und Services erleichtern mir meine Arbeit? Welche Lösungen schaffen Freiräume für strategische Überlegungen? Welche strategischen Ansätze können für mich und mein Unternehmen passen? Antworten auf diese Fragen gibt es an der Personal Swiss – und das verdeutlicht doch den Wert eines Messetages.

Petsch: An einer guten Fachmesse geht es immer auch um den Vergleich von unterschiedlichen Angeboten, um Trends, Netzwerken, Wissen und Austausch. Ein inspirierender Tag!

Was empfehlen Sie Messebesuchern?

Slowacka: Ein bisschen Vorbereitung kann nicht schaden: Das Aussteller- und Programmangebot ist enorm. Auf der Webseite www.personal-swiss.ch hat man die Möglichkeit, die aktuelle Ausstellerliste zu studieren und auch schon direkt Termine mit dem Wunsch-Anbieter für vor Ort zu arrangieren. Ausserdem ist es möglich, sich die Programmpunkte nach verschiedenen Kriterien zu sortieren und sich so ein persönliches Messeprogramm zusammenzustellen.

Petsch: Aber trotzdem sollten die Besucher mit offenen Augen und offen für Neues in die Messe Zürich kommen und sich etwas mehr Zeit einplanen, als im ersten Moment gedacht.

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