Schwellen senken, Talente gewinnen: Quick Wins in der Candidate Journey
Die Art und Weise, wie ein Unternehmen Bewerbende durch die Candidate Journey führt, entscheidet mit über eine erfolgreiche Anstellung. Welche Hürden Bewerbende oft antreffen – und wie man sie durch gezielte Lösungen abbauen kann.

Remo Tanner, Product Manager Bewerbermanagement bei Abacus Research AG.
Barriere 1: Zu lange Bewerbungsformulare
Viele Bewerbende brechen den Prozess ab, wenn er zu lange dauert oder zu komplex ist. Zu viele Formulare, lange Fragebögen und das ständige Hochladen von Dokumenten wirken schnell einschüchternd – besonders, wenn der Prozess nicht intuitiv gestaltet ist.
Mögliche Lösungsansätze:
- Bewerbungsformular vereinfachen: Ein kurzes Formular mit den wichtigsten Informationen reicht meist aus. Lassen Sie Bewerbende zentrale Dokumente, z.B. den Lebenslauf, hochladen und setzen Sie auf eine klare Struktur.
- Bewerbungssystem optimieren: Nutzen Sie benutzerfreundliche Plattformen, die schnelle Bewerbungen ermöglichen, etwa per One-Click oder auf Basis des LinkedIn-Profils.
Barriere 2: Mangelhafte Kommunikation
Bleibt die Rückmeldung aus, verlieren Bewerbende rasch das Interesse. Unklare Kommunikation und lange Wartezeiten zählen zu den unangenehmsten Aspekten im Bewerbungsprozess.
Mögliche Lösungsansätze:
- Regelmässige Updates: Informieren Sie Bewerbende über den Stand der Bewerbung und den nächsten Schritt. Auch wenn sich Entscheide verzögern, schätzen Kandidatinnen und Kandidaten transparente Informationen.
- Schnelles Feedback: Geben Sie nach jedem Schritt zeitnah Rückmeldung – auch bei Absagen. Das zeigt Respekt für Zeit und Engagement.
- Automatisierte Nachrichten: Nutzen Sie Software, die Status-Updates automatisch versendet, damit Bewerbende nicht unnötig auf eine Reaktion warten müssen. Das signalisiert Professionalität.
Barriere 3: Mangel an Transparenz und Speed
Langsame Prozesse, unklare Zeitrahmen und fehlende Information über die nächsten Schritte verunsichern Bewerbende und erhöhen die Absprungquote. Talente wünschen sich klare Erwartungen, Tempo und Verbindlichkeit.
Mögliche Lösungsansätze:
- Prozess transparent machen: Geben Sie einen klaren Überblick über Anzahl Schritte, Fristen und Zeitpunkte für Rückmeldungen.
- Auswahlprozess beschleunigen: Streichen Sie überflüssige Schleifen, um keine Talente an schnellere Wettbewerber zu verlieren.
- Klare Timeline kommunizieren: Zeigen Sie von Beginn an auf, wie lange Interviews dauern, wann Entscheide fallen und was in jedem Schritt zu erwarten ist.
Barriere 4: Kein klares Employer Branding
Unklare Stellenanzeigen und austauschbare Karriereseiten schrecken Talente ab. Wenn die Kommunikation nicht authentisch und zielgruppengerecht ist, bleibt unklar, wofür das Unternehmen steht und warum es attraktiv ist.
Mögliche Lösungsansätze:
- Authentisches Wording: Verzichten Sie auf Fachjargon und leere Floskeln. Kommunizieren Sie klar, welche Werte Sie leben und was Ihren Arbeitsplatz besonders macht.
- Employer Branding stärken: Zeigen Sie auf der Karriereseite, wer Sie als Arbeitgeber sind – mit Einblicken in Kultur, Arbeitsumfeld und Entwicklungsmöglichkeiten, etwa durch Mitarbeitenden-Stories.
- Individuelle Ansprache: Passen Sie Tonalität und Inhalte an Ihre Zielgruppen an. Eine persönliche Ansprache erhöht die Chance, passende Talente zu überzeugen.
Barriere 5: Technische Hürden
Langsame Ladezeiten oder eine komplizierte Navigation führen oft zum Prozessabbruch. Da viele Bewerbungen mobil erfolgen, fällt eine schlechte User Experience besonders ins Gewicht.
Mögliche Lösungsansätze:
- Website optimieren: Stellen Sie sicher, dass Ihre Karriereseite schnell lädt und übersichtlich aufgebaut ist.
- Plattformen testen: Prüfen Sie regelmässig Formulare und Links, um technische Fehler frühzeitig zu erkennen.
- Mobile Bewerbung ermöglichen: Gestalten Sie den Bewerbungsprozess so, dass er auch auf mobilen Geräten durchlaufen werden kann.
Mit durchgängigem Prozess zum Erfolg
Wer Barrieren in der Candidate Journey konsequent abbaut, erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Besetzung und stärkt das Arbeitgeberimage nachhaltig. Gerade für Schweizer KMUs ist das ein zentraler Hebel, um sich gegen grosse Arbeitgeber durchzusetzen und die besten Talente zu gewinnen.
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Autor: Remo Tanner, Product Manager Bewerbermanagement bei Abacus Research AG