«Wir möchten länger vom Know-how unserer Mitarbeitenden profitieren»
Das HR-Team von AXA Schweiz hat im März den Swiss HR Award für das Projekt «AXA Horizon» gewonnen. Daniela Fischer, Leiterin HR (für «Human Responsibility»), erläutert den Ansatz und spricht über die Herausforderungen der Zukunft.

Das HR-Team der Stunde: AXA Schweiz. (Alle Bilder: Enzo Lopardo)
HR Today: Frau Fischer, AXA hat soeben den Swiss HR Award gewonnen. Was ist die Absicht hinter dem Projekt «AXA Horizon»?
Daniela Fischer: Es ist unseren Mitarbeitenden über 55 Jahren gewidmet und verfolgt ein dreifaches Ziel. Zunächst wollen wir in ihre Entwicklung investieren. Schulungen sollen sie beim Karriereplan und bei der Vorbereitung auf ihre Pensionierung unterstützen. Wir wollen sie motiviert halten und ihnen flexible Optionen am Laufbahnende bieten. Das zweite Ziel ist, ihr Netzwerk mittels einer neu geschaffenen Community zu erweitern. Das dritte ist der Aufbau eines internen Arbeitsmarkts für Kurzeinsätze. Die Babyboomer und die Generation X haben enorm viel Wissen angesammelt. Wir möchten vor ihrer Pensionierung davon profitieren – ja sogar darüber hinaus, indem wir ihnen Teilzeiteinsätze anbieten. Diese Mitarbeitenden kennen unsere Projekte, Prozesse und Kundschaft bereits sehr gut.

Das HR-Team von AXA Schweiz: Daniela Fischer, Head Human Responsibility; Natascha Kurmann, Product Owner Change & Businesspartnering; Yvonne Lange, Head HR Operations; Stefan Kollbrunner, Lead HR Strategy & Transformation; Mark Näf, Product Owner Data Driven HR; Ingrid Rosebrock, Senior Strategic HR Business Partner; Susanne Ziörjen, Product Manager Personal Development (von links).
Welche HR-Herausforderungen haben Sie?
Fischer: Strategisch befinden wir uns in einer Wachstumsphase und intern sprechen wir von der AXA als «Place to Grow». Es geht darum, sowohl im Business als auch als Organisation und als Individuum zu wachsen. Die Entwicklung von Kompetenzen ist daher eine strategische Priorität. Zusätzlich zu «AXA Horizon» haben wir einen neuen Karriereentwicklungsprozess sowie ein Instrument für Führungskräfte eingeführt, das BGM vereinfacht. Parallel dazu beschäftigen uns die KI und ihre Auswirkungen auf unsere Aktivitäten und Berufsbilder stark. Weiter müssen wir eine attraktive Arbeitgeberin bleiben. Wir haben deshalb beispielsweise kürzlich die Dauer des Mutter- respektive Vaterschaftsurlaubs verlängert.
Wie wirkt sich KI auf Ihre HR-Abteilung aus?
Fischer: Wir haben mehrere KI-Tools eingeführt, um unsere Mitarbeitenden und unsere Führungskräfte zu unterstützen. Es gibt etwa einen «AI Knowledge Assistant», der administrative Fragen beantwortet, oder den «AI Coach», den Führungskräfte zur Vorbereitung bestimmter Gespräche nutzen. Selbstverständlich begleiten wir auch unsere Mitarbeitenden bei dieser Transformation.
Was ist die Besonderheit Ihres HR-Teams?
Fischer: Vor einigen Jahren habe ich beschlossen, die Positionierung unseres HR-Teams in der Schweiz zu verändern. Wir wenden ein agiles Prinzip an und haben deshalb die klassischen Führungsfunktionen abgeschafft, um drei neue, bereichsübergreifende Rollen zu schaffen: Product Owner, Agile Master (für die Teamarbeit zuständig) und People Developer. Jedes Team verfügt über diese drei Unterstützungsfunktionen. Auf Ebene des HR-Leitungsteams sind wir neben mir selbst und einer HR-Business-Partnerin fünf Kolleginnen und Kollegen, die nicht ihre Teams vertreten, sondern unterschiedliche Perspektiven einbringen: Strategie, Kundschaft, Mitarbeitende/AXA als Organisation, HR-Prozesse/Daten und Marketing. Bei jeder Entscheidung stütze ich mich auf diese unterschiedlichen Blickwinkel, um eine vollständige Sicht auf die Herausforderungen zu erhalten.

