Best Practice Beispiel

Sinn finden

Mit der Wahl ihres Arbeitgebers können Beschäftigte Sinn finden und die Nachhaltigkeit im Unternehmen fördern. Etwa bei der Berner Kantonalbank (BEKB), die sich dem ESG-Prinzip (Environmental, Social, Governance) verschrieben hat.

Nachhaltigkeit ist kein Trend. Es ist ein Prinzip, eine Haltung. Das heisst Wertschöpfung, statt kurzfristig maximierter Gewinne. Diese Ausrichtung ist in der Strategie der BEKB verankert, die daraus abgeleiteten Ziele und Massnahmen finden sich im Nachhaltigkeitsleitbild der Bank. Für deren Umsetzung ist wiederum die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit verantwortlich, die auch die Zielerreichung beurteilt, Folgemassnahmen initiiert und direkt an die Geschäftsleitung berichtet. Die ESG-Ergebnisse werden im jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht festgehalten und auf huetfuermorn.ch publiziert.

ESG als Wettbewerbsvorteil in der Arbeitgeberpositionierung

«Echte» Nachhaltigkeit wird auch bei der Arbeitgeberpositionierung künftig zu einem Wettbewerbsvorteil. Deshalb hat die BEKB ihre Unternehmenskultur konsequent darauf ausgerichtet. Diese wirkt im Spannungsfeld der ökonomischen, sozialen und gesellschaftlichen Zielsetzungen als «Schmiermittel». Für deren Entwicklung übernimmt das HR die Verantwortung. Das geschieht, indem HR attraktive Arbeitsformen und -modelle schafft und flexible Arbeitszeitmethoden verankert (beispielsweise durch die Möglichkeit, Ferientage zu kaufen.) Daneben verankert und fördert HR auch das Verständnis des Kaders für die zentralen Stellhebel, um die Unternehmenskultur zu entwickeln. Namentlich die Zusammenarbeit und die Führung.

Auch BEKB-Mitarbeitende leisten einen Beitrag, um ESG im Unternehmen zu verankern. Beispielsweise indem sie ökologische Bau- und Renovationsprojekten zu Vorzugskonditionen und nachhaltige Anlagelösungen finanzieren oder Fairtrade-Gold verkaufen. Mit dem BEKB-Förderfonds investiert die BEKB zudem jährlich bis zu einer Million Franken in soziale und ökologische Projekte.  Das Zertifikat «Fair Compensation» belegt zudem, dass die BEKB gleichen Lohn für gleiche Arbeit bezahlt. Mit dem Label «Friendly Work Space» dokumentiert die Bank, dass sie über ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement mit optimalen Rahmenbedingungen verfügt.

Vom Führungsverständnis zum Zusammenarbeits- und Führungsverständnis

Ist das Denken und Handeln der Mitarbeitenden durch Nachhaltigkeit geprägt, führt dies zu fairen Geschäftspraktiken und zu einem Kulturwandel. In diesen Prozess wurden Mitarbeitende bei der BEKB aktiv involviert. Ein wichtiges Element stellte das neue Führungsverständnis der BEKB dar. Dieses wurde in Anlehnung an die Vision, die Strategie und die Unternehmenskultur von Mitarbeitenden aller Hierarchiestufen mit einem sogenannten Design-Hack, einer Kreativmethode, erarbeitet.

Die Ausschreibung hierfür richtete sich an Mitarbeitenden über alle Hierarchiestufen und Organisationseinheiten hinweg. Nach einer Phase der offenen Diskussion wurden die erarbeiteten Lösungsansätze nach dem Modell «Double Diamond» eingeengt und konkretisiert. Diese wurden wiederum in einem offenen Prozess getestet und entwickelt und auf einen Prototypen reduziert.

Die wichtigste Erkenntnis: Durch dieses Vorgehen hat sich ein Zusammenarbeits- und Führungsverständnis entwickelt. Damit wurde der Transformation einer hierarchisch geprägten Führung zu verstärkt sozialen Strukturen und unternehmerischem, verantwortungsbewusstem Handeln Rechnung getragen.

Seit 2010 wird die Berner Kantonalbank von der Nachhaltigkeitsratingagentur ISS ESG mit dem Gütesiegel «Prime» für ihre Leistungen im sozialen und ökologischen Bereich ausgezeichnet.

 

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Thomas Gosteli

Thomas Gosteli ist Leiter Personal bei der Berner Kantonalbank BEKB.

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