Wie die Einführung eines effektiven Benefit-Programms gelingt
Richtig geplant und digital umgesetzt, stärken Benefit-Programme nicht nur die Mitarbeitendenbindung, sondern sind auch ein strategisches Instrument im Employer Branding – kosteneffizient, flexibel und individuell anpassbar.

Es gibt Alternativen zu Boni als Benefits. (Bild: Gemini)
Auch in der Schweiz hinterlässt die angespannte wirtschaftliche Lage Spuren in der Arbeitswelt. Laut dem «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse fühlt sich ein Drittel der Beschäftigten dauerhaft erschöpft, und über 84 Prozent sind zumindest gelegentlich nach Feierabend zu ausgelaugt, um privaten oder familiären Verpflichtungen nachzukommen – ein klares Zeichen für den anhaltenden Stress und die wachsende emotionale Belastung in vielen Teams.
Vor diesem Hintergrund rücken Benefit-Programme stärker in den Fokus strategischer Personalarbeit. Einer Studie von WTW Schweiz zufolge würden 38 Prozent der Arbeitnehmenden ihre Stelle wechseln, wenn sie bei einem neuen Arbeitgeber bessere Benefits bei gleichem Lohn erhielten. Für 42 Prozent war das Benefit-Paket sogar ein entscheidender Grund für die Wahl ihres heutigen Arbeitgebers. Programme zur Mitarbeitendenanerkennung helfen dabei, individuelle Wertschätzung sichtbar zu machen, ohne das Gehaltsbudget übermässig zu belasten. Zudem bieten sie flexiblen Handlungsspielraum für unterschiedliche Lebenssituationen, Beschäftigungsmodelle und Standorte.
Entscheidend ist, dass ein solches Programm professionell geplant, digital konzipiert und sicher umgesetzt wird. Sachbezüge wie Geschenkkarten sollten zudem nicht isoliert betrachtet werden; sie sind Teil eines umfassenderen Benefit-Pakets, das auch Fitnessmitgliedschaften, Essenszuschüsse und Gesundheitsvorsorgeleistungen umfassen kann.
Was Benefit-Programme leisten
Sachleistungen für Mitarbeitende – etwa in Form von steuerbegünstigten Geschenkkarten – bieten eine Alternative zu klassischen Bonuszahlungen. Sie ermöglichen gezielte Wertschätzung, stärken die Bindung und sind oft günstiger als Lohnerhöhungen, da sie sich steuerlich anders auswirken. Unternehmen können mit ihnen zudem flexibel auf individuelle Lebenssituationen eingehen: Ein Tankgutschein entlastet Pendelnde, Eltern freuen sich über Einkaufsgutscheine und digitale Geschenkkarten bieten Freiheit bei der Verwendung.

Solche Programme helfen dabei, die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten abzufedern – ein Aspekt, der für viele Mitarbeitende immer wichtiger wird. Auch im Employer Branding spielen sie eine zentrale Rolle. Unternehmen, die konsequent auf die Anerkennung ihrer Mitarbeitenden setzen, schaffen ein positives Arbeitsumfeld und heben sich deutlich von der Konkurrenz ab.
Digitale Geschenkkarten bieten zudem einen praktischen Sicherheitsvorteil: Sie lassen sich direkt, ohne Zwischenschritte und ortsunabhängig zustellen, zum Beispiel per personalisiertem E-Mail oder als digitale Karte für das Smartphone-Wallet.
Auch eine klare Systemarchitektur schützt: Wer digitale Benefits direkt über etablierte Plattformen zuweist, reduziert das Risiko manueller Fehler und sorgt für erhöhte Nachvollziehbarkeit, besonders im Hinblick auf steuerliche Nachweise. Die meisten Anbieter ermöglichen heute eine automatisierte, datenschutzkonforme Abwicklung inklusive Reporting und Dokumentation.
So gelingt die Einführung
Entscheidet sich ein Unternehmen für den Aufbau eines Benefit-Programms – etwa auf Basis von Geschenkkarten –, braucht es im ersten Schritt eine durchdachte Strategie. Folgende Aspekte helfen bei der erfolgreichen Implementierung:
- Den richtigen Zeitpunkt finden: Studien zeigen, dass Mitarbeitende sich vor allem in kritischen Zeiten nach Anerkennung sehnen. Doch dabei reicht es nicht aus, willkürlich und einmalig zu belohnen. Auch mehrere kleine Gesten im Alltag sind entscheidend.
- Führungskräfte einbinden: Acht von zehn Mitarbeitenden wünschen sich Anerkennung direkt durch Vorgesetzte. Eine persönliche Übergabe durch Führungskräfte wirkt stärker als unpersönliche Standardmassnahmen.
- Anlässe gezielt wählen: Meilensteine, Jubiläen, Teamerfolge oder besonderes Engagement eignen sich hervorragend als Trigger für gezielte Geschenkkarten oder kleine Benefits.

- Individuell gestalten: Mitarbeitende haben unterschiedliche Bedürfnisse. Ob eine E-Mail, eine persönliche Karte oder eine Teamrunde – der Modus der Anerkennung sollte immer zur jeweiligen Person passen.
- Die passende Form macht es: Neben klassischen Gutscheinen bieten sich steuerfreie Sachbezugskarten, digitale Geschenkkarten oder modulare Benefits an. Auch Weiterbildung oder freie Tage können Teil eines flexiblen Benefit-Programms sein.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen immer im Blick behalten
Jedoch ist nicht jede Sachzuwendung steuerlich begünstigt oder problemlos umsetzbar. Zudem gibt es wesentliche Unterschiede zwischen herkömmlichen Gutscheinen und den Prepaidkarten. Erstere sind meist auf bestimmte Händler beschränkt, während sich die Prepaidkarten – ähnlich wie die Kreditkarten – nur in festgelegten Regionen oder für bestimmte Produktkategorien flexibel einsetzen lassen.
Entscheidend ist dabei, dass steuerliche Freibeträge nicht überschritten und die Vorgaben der Finanzbehörden eingehalten werden.
Angesichts der Vielzahl an Anbietern und Lösungen sowie der komplexen rechtlichen Vorgaben fällt es Unternehmen oft schwer, das passende Modell auszuwählen. Hier leisten spezialisierte Beratungsfirmen wertvolle Unterstützung: Sie helfen bei der Auswahl geeigneter Optionen, schützen vor unseriösen Angeboten und stehen bei Bedarf auch in rechtlichen Fragen oder im Kontakt mit dem Finanzamt beratend zur Seite.
Incentive-Programme brauchen Planung – keine Spontanaktionen
Ein durchdachtes Benefit- oder Gutscheinsystem trägt zur langfristigen Mitarbeitendenbindung bei, fördert die Motivation und stärkt die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber – sowohl intern als auch extern. Entscheidend ist dabei weniger die Frage des «Ob», sondern vielmehr des «Wie». Wer auf glaubwürdige Wertschätzung bedacht ist, sollte ein strategisches Vorgehen wählen – und sich nicht vorschnell für den erstbesten Anbieter entscheiden.