HR-Team der Stunde: Transports publics genevois

«Mehr Zusammenarbeit und neue Energie fördern»

Aude Thorel ist seit sechs Monaten HR-Direktorin der Transports publics genevois (tpg) in Genf. Sie spricht über die Weiterentwicklung ihres HR-Teams, um die bevorstehenden Transformationen im Bereich des öffentlichen Verkehrs zu begleiten.

Aude Thorel, was sind Ihre kurzfristigen HR-Herausforderungen?

Aude Thorel: Seit dem Eintritt der neuen Generaldirektion im Januar 2025 initiierten wir mehrere grundlegende Reformen. Wir arbeiten auf Unternehmensebene an einem anspruchsvollen und wohlwollenden Führungsstil, der auf Fairness und Vorbildlichkeit basiert. Wir haben auch eine Führungscharta mit fünf Werten erstellt: Vorbildlichkeit, Transparenz, Solidarität, Wohlbefinden und Innovation. Ein weiteres Projekt besteht darin, die Arbeitsorganisation zu optimieren, um mehr bereichsübergreifende Zusammenarbeit und neue Energie zu fördern. Wir wollen das Vertrauen der Mitarbeitenden in die Zukunft der tpg stärken. Schliesslich bleiben Diversität/Inklusion und Gesundheit am Arbeitsplatz aktuelle Themen.

Porträtgrafik auf blauem Hintergrund: Links ein schwarz-weisses Porträtfoto von Aude Thorel; rechts ihr Name sowie ihre Funktion als HR-Direktorin der Transports publics genevois (tpg) auf weissem Balken. Logo «HR Today» oben rechts.


Wie beeinflusst KI Ihre Rolle als HR-Direktorin?

Thorel: Wir haben Anfang Jahr unser HRIS gewechselt, wodurch wir gewisse Aufgaben automatisieren konnten. KI ist in mehreren Softwarelösungen integriert. Sie hilft uns, Dashboards und Kennzahlen zu erstellen. Wir haben auch eine Taskforce geschaffen, um alle Bereiche zu identifizieren, in denen uns KI voranbringen wird: zum Beispiel bei der Erstellung von Dokumenten, Protokollen oder bei der Vereinbarung medizinischer Termine. In den nächsten drei Jahren werden wir den Informationsfluss für die Mitarbeitenden mit intuitiveren Tools erleichtern. Ziel ist es, Zwischenstellen zu vermeiden, die das Fehlerrisiko erhöhen und Zeit beanspruchen. Schliesslich wirft KI zahlreiche Fragen zur Zukunft der Berufe auf. Sie beeinflusst auch den HR-Mehrwert – hin zu Aufgaben, die mehr Sinn und Verbindungen schaffen. Mittelfristig wird KI uns den Zugang zu Informationen erleichtern, doch Analyse und Entscheidungen bleiben in menschlicher Hand.


Was sind die langfristigen Herausforderungen?

Thorel: Wir haben bei den tpg eine Vision bis 2050. Wir arbeiten derzeit an der Integration der E-Busse. Wir bereiten die Einführung automatisierter Fahrzeuge vor. Wir arbeiten bei experimentellen Projekten mit den Universitäten zusammen. Die Entwicklung der Mobilitätsformen wird die Kompetenzen und Berufe verändern. Konkret werden die Instandhaltungsberufe unserer Flotte mehr digitale Kompetenzen erfordern. Für unser Ausbildungsteam besteht die Herausforderung darin, die Expertise vorwegzunehmen, die wir morgen benötigen werden.

Gruppenfoto des HR-Teams der Transports publics genevois (tpg): Neun Personen stehen in einer Reihe in einer Buswerkstatt vor einem weiss-roten Gelenkbus des Unternehmens; darüber der Unternehmensname auf weissem Balken und das Logo «HR Today» oben rechts.


Was ist die Besonderheit Ihres HR-Teams?

Thorel: Unser HR-Team ist multidisziplinär. Gewisse Expertisen wurden über mehrere Jahre hinweg entwickelt: Lebensqualität am Arbeitsplatz, HR-Marketing, Mitarbeitendenerfahrung oder Employer Branding. Wir arbeiten stark an der Mobilität unserer HR-Berufe. Die Idee ist, ein hohes Mass an Expertise aufrechtzuerhalten. Im kommenden September werden wir das Ausbildungsteam für Mobilitätsberufe der tpg integrieren. Unser Ziel ist es, eine langfristige Sicht auf die bevorstehenden Veränderungen zu haben. Wir überprüfen auch unsere interne HR-Organisation, um sie am Lebenszyklus der Mitarbeitenden auszurichten. Unser Ziel ist es zudem, von einer reaktiven Haltung zu einer Haltung der Antizipation und der gemeinsamen Gestaltung der Arbeitsweisen bei den tpg überzugehen.
 

Firmensteckbrief: Die Transports publics genevois (tpg) zählen rund 2630 Mitarbeitende, darunter 1629 Fahrerinnen und Fahrer. Die Flotte umfasst insgesamt 466 Fahrzeuge. Mehr als 60 Prozent der Fahrten erfolgen mit elektrischem Antrieb. Im Jahr 2025 haben die tpg 228,5 Millionen Fahrgäste befördert.
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Marc Benninger ist Chefredaktor der französischen Ausgabe von HR Today.

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