Jobhopper, fordernd, schnell frustriert – die Generation Y hat nicht den Ruf, eine besonders pflegeleichte zu sein. Wenn man aber weiss, was Berufseinsteiger erwarten, kann man sie bei der Stange halten. Zugegeben: Sie erwarten viel.
Was kann man tun, damit fähige Mitarbeiter im Unternehmen bleiben? Retention Management umfasst einen ganzen Massnahmenkatalog – nicht alle Instrumente sind gleich wirksam.
Seit 15 Jahren gibt es das Bundesgesetz zur Gleichstellung von Frau und Mann. Doch noch immer verdienen Frauen weniger. Damit dies nicht länger so bleibt, lancierten das Bundesamt für Justiz und Sozialpartner den Lohngleichheits- Dialog. Noch können Unternehmen freiwillig die Löhne anpassen. Machen aber zu wenige mit, könnte dies bald ändern.
Auch wenn die Arbeitsstrukturen – Arbeitszeit, -ort und -organisation – zunehmend aufweichen, dürfte es nicht zu einer radikalen Flexibilisierung mit Lebensqualitätsverlust kommen. Im Gegenteil: Die Mehrheit der Schweizer glaubt, dass sich die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit in Zukunft verbessern werden.
Wer seinen Job liebt, aber trotzdem auf ein Familienglück nicht verzichten möchte, kann froh sein, einen Arbeitgeber im Rücken zu haben, der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt. Was aber zeichnet ein familienfreundliches Unternehmen aus? Der ABC-Kartenverlag macht es vor.
Microsoft Schweiz hat nicht nur den Home Office Day ins Leben gerufen, sondern lebt die Heimarbeit-Philosophie konsequent. Steht nicht gerade ein Kundentermin an, können die Mitarbeiter kommen und gehen, wann sie wollen. Für René Villiger, Leiter Personal, ist das ein grosser Produktivitätsfaktor.
In der Schweiz arbeiten heute rund 50 Prozent als Wissensarbeiter. Von diesen haben rund 20 Prozent – das sind 450 000 Beschäftigte – das Potenzial für einen Tag Home Office pro Woche. Mit weitreichenden Konsequenzen für die Produktivität.
Als Reaktion auf die Finanzkrise führte die Bank Julius Bär im Dezember 2008 die HR Toolbox ein. Sie ermöglicht temporäre Pensenreduktion, den Einkauf von Freitagen sowie unbezahlten Urlaub. Dies bietet mehr Freiraum bei der Anpassung der Arbeitszeit an die wirtschaftliche Situation und ermöglicht den Mitarbeitenden eine bessere Work-Life-Balance.